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Haut, Haare und Nägel: Welche Nährstoffe die Angaben tragen

Zu Haut, Haaren und Nägeln gibt es mehr zugelassene Nährstoffangaben als zu den meisten anderen Bereichen. Und zugleich eine Zutat, bei der die entscheidende Frage praktisch nie beantwortet wird.

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Die zugelassenen Angaben

Drei Zielorgane, drei getrennte Listen – und sie überschneiden sich nur teilweise:

Angabe Nährstoffe
Erhaltung normaler Haut Biotin, Niacin, Riboflavin, Vitamin A, Jod, Zink
Erhaltung normaler Haare Biotin, Zink, Selen
Erhaltung normaler Nägel Zink, Selen
Normale Kollagenbildung für die Haut Vitamin C
Normale Haar- und Hautpigmentierung Kupfer

Zwei Beobachtungen dazu. Zink ist der einzige Nährstoff, der in allen drei Listen steht – Haut, Haare und Nägel. Und die Pigmentierungs-Angabe des Kupfers ist eine der wenigen zugelassenen Aussagen, die sich überhaupt auf Haarfarbe bezieht.

Alle gelten ab 15 Prozent des jeweiligen Bezugswerts.

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Was nicht zugelassen ist

Die Liste des Unzulässigen ist in diesem Bereich besonders lang, weil hier besonders viel versprochen wird. Keine zugelassene Angabe existiert für:

  • Haarwachstum, Haarwuchs und Haardichte
  • Haarausfall in jeder Form
  • Kollagen und Hyaluronsäure
  • Keratin
  • Kieselerde und Silizium
  • Hirse, Schachtelhalm, Bambusextrakt
  • MSM und OPC

Bemerkenswert daran: Fast alle Zutaten, die einem Haarprodukt seinen Namen geben, tragen keine Aussage. Was zulässig gesagt werden darf, gehört praktisch immer Biotin, Zink oder Selen.

Kurz gesagt: „Erhaltung normaler Haare“ ist etwas anderes als „Haarwachstum“. Der erste Satz ist zugelassen, der zweite nicht – und der Unterschied ist auf jeder Produktseite prüfbar.

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Biotin – und die Sache mit den Laborwerten

Biotin ist der Nährstoff, der in Haarprodukten am höchsten dosiert wird. Der Bezugswert liegt bei 50 µg. Produkte enthalten häufig 5.000 oder 10.000 µg – also das Hundert- bis Zweihundertfache.

Als wasserlösliches Vitamin wird Überschüssiges ausgeschieden, und eine tolerierbare Obergrenze wurde nicht festgelegt. Trotzdem gibt es einen Punkt, der auf jedes hoch dosierte Biotinprodukt gehört:

Hoch dosiertes Biotin kann Laborwerte verfälschen. Viele gängige Labortests arbeiten mit einem Biotin-Streptavidin-System. Überschüssiges Biotin im Blut kann diese Messungen stören – je nach Test in beide Richtungen. Betroffen sind unter anderem Schilddrüsen- und Hormonbestimmungen.

Praktisch bedeutet das: Wer ein hoch dosiertes Biotinprodukt nimmt, sollte das vor jeder Blutuntersuchung mitteilen. Seriöse Produkte tragen diesen Hinweis auf der Packung – er ist der wichtigste Satz auf einem Haarprodukt.

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Keratin – die Frage, die selten beantwortet wird

Keratin ist das Strukturprotein, aus dem Haare und Nägel bestehen. In Haarprodukten taucht es häufig als Keratinhydrolysat auf – also aufgespaltenes Keratin.

Die entscheidende Frage lautet: woher? Keratin wird technisch aus keratinreichen tierischen Rohstoffen gewonnen – üblich sind Federn, Wolle oder Horn. Ein pflanzliches Keratin gibt es nicht, weil Pflanzen dieses Protein nicht bilden.

Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, sollte bei Haarprodukten deshalb gezielt auf diese Zutat achten. Sie steht in der Zutatenliste, selten aber mit Herkunftsangabe – und auf der Vorderseite nie.

Dasselbe gilt für L-Cystein, das in Haarprodukten häufig begleitet: Es kann aus Keratin gewonnen sein oder fermentativ. Ohne Angabe lässt sich das nicht unterscheiden.

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ZINK, SELEN UND BIOTIN – ALLE DREI ÜBER 100 %

Die zugelassenen Angaben tragen Zink, Selen, Biotin, Kupfer und Vitamin C – alle mit Menge und NRV deklariert. Enthält Keratinhydrolysat und Coffein aus Grüntee. Der Biotin-Hinweis für Laboruntersuchungen steht auf der Packung.

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Warum Geduld dazugehört

Ein Punkt, der die Erwartung ordnet: Haare wachsen etwa einen Zentimeter im Monat, und jedes einzelne Haar durchläuft einen mehrjährigen Zyklus aus Wachstums-, Übergangs- und Ruhephase.

Was heute am Kopf sichtbar ist, wurde entsprechend vor Monaten gebildet. Veränderungen in der Nährstoffversorgung können sich deshalb frühestens nach mehreren Monaten in der sichtbaren Länge niederschlagen – unabhängig davon, was ein Produkt verspricht oder eben nicht verspricht.

Bei Nägeln ist es ähnlich: Ein Fingernagel braucht etwa ein halbes Jahr, um vollständig nachzuwachsen.

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Wann ärztliche Abklärung sinnvoll ist

Haarausfall hat vielfältige mögliche Ursachen – hormonelle, erbliche, entzündliche und ernährungsbedingte. Nur ein Teil davon hängt mit der Nährstoffversorgung zusammen.

Zwei Werte lohnen sich in diesem Zusammenhang besonders: Ferritin, also der Eisenspeicher, und die Schilddrüsenwerte. Beide können sich auf das Haar auswirken und sind einfach zu bestimmen.

Plötzlicher, kreisrunder oder stark ausgeprägter Haarausfall gehört ärztlich abgeklärt – nicht mit einem Präparat überdeckt.

Wichtig: Vor Laboruntersuchungen mitteilen, dass Biotin eingenommen wird – hoch dosiertes Biotin kann Messergebnisse verfälschen. Bei Niereninsuffizienz, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern sind solche Komplexprodukte in aller Regel nicht geeignet.

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Häufige Fragen

Welche Nährstoffe dürfen mit Haaren beworben werden?
Biotin, Zink und Selen – jeweils zur Erhaltung normaler Haare. Kupfer zusätzlich zur normalen Haarpigmentierung.

Ist Haarwachstum eine zugelassene Angabe?
Nein. Zulässig ist nur die Erhaltung normaler Haare.

Warum so viel Biotin?
Weil es wasserlöslich ist und Überschüssiges ausgeschieden wird. Wichtig ist der Hinweis auf mögliche Laborwertverfälschungen.

Ist Keratin vegan?
Nein. Keratin wird aus tierischen Rohstoffen gewonnen; ein pflanzliches Keratin existiert nicht.

Was bringt Kieselerde?
Für Silizium und Kieselerde ist keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen.

Wie lange dauert es, bis man etwas sieht?
Haare wachsen rund einen Zentimeter im Monat. Was heute sichtbar ist, wurde vor Monaten gebildet.

Welche Blutwerte sind bei Haarproblemen sinnvoll?
Ferritin und die Schilddrüsenwerte – die ärztliche Einordnung entscheidet.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.

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