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Nährstoffe ab 60: Die Angabe, die es nur für diese Altersgruppe gibt

Für Menschen ab sechzig gibt es eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe, die es sonst kaum gibt: eine, die ausdrücklich von der Verringerung eines Risikos spricht. Sie ist an eine Altersgruppe und an zwei konkrete Mengen gebunden.

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Die Angabe, die es nur für diese Altersgruppe gibt

Fast alle zugelassenen Angaben sprechen von „normaler Funktion“ oder „Erhaltung“. Aussagen, die ein Risiko benennen dürfen, sind die absolute Ausnahme – und eine davon betrifft Menschen über sechzig:

Vitamin D und Calcium tragen dazu bei, das Risiko von Stürzen infolge von Haltungsinstabilität und Muskelschwäche zu verringern. Diese Angabe gilt für Frauen und Männer ab 60 Jahren.

Die Bedingungen sind genau festgelegt: 20 µg Vitamin D – also 800 I.E. – und 1.200 mg Calcium täglich aus allen Quellen.

Die zweite Zahl ist die anspruchsvollere. 1.200 mg Calcium sind mehr als der Nährstoffbezugswert von 800 mg und lassen sich über ein Präparat allein selten darstellen – Ernährung und calciumreiches Mineralwasser zählen mit.

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Was sich mit den Jahren tatsächlich ändert

Vier Veränderungen sind ernährungsphysiologisch belegt und erklären, warum einzelne Nährstoffe in dieser Lebensphase mehr Aufmerksamkeit verdienen:

Veränderung Betrifft
Die Haut bildet weniger Vitamin D Vitamin D
Die Magensäurebildung kann nachlassen Vitamin B12, Eisen, Calcium
Das Durstempfinden lässt nach Flüssigkeit und Elektrolyte
Der Energiebedarf sinkt, der Nährstoffbedarf nicht alle Nährstoffe

Der letzte Punkt ist der wichtigste und wird selten ausgesprochen: Wer weniger isst, aber denselben Nährstoffbedarf hat, braucht eine höhere Nährstoffdichte pro Mahlzeit. Das ist kein Argument für Kapseln, sondern eines für die Auswahl der Lebensmittel – und erklärt, warum Kalorienreduktion im Alter trügerisch sein kann.

Zur Magensäure: Sie wird für die Freisetzung von Vitamin B12 aus der Nahrung gebraucht. Lässt ihre Bildung nach, sinkt die Aufnahme aus Lebensmitteln – während freies B12 aus Präparaten davon weniger betroffen ist.

Kurz gesagt: Nicht der Bedarf steigt im Alter dramatisch – die Aufnahme und die verzehrte Menge sinken. Das ist ein anderer Mechanismus und führt zu anderen Schlüssen.

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Muskulatur – und die Rolle des Eiweißes

Mit den Jahren nimmt die Muskelmasse ab, wenn sie nicht gefordert wird. Das ist der Hintergrund der Sturz-Angabe – und der Grund, warum Eiweiß in dieser Lebensphase mehr Aufmerksamkeit verdient.

Zugelassen ist dazu: Protein trägt zur Erhaltung von Muskelmasse bei – sowie zur Zunahme. Die Bedingung: Mindestens 12 Prozent des Energiegehalts eines Lebensmittels müssen aus Protein stammen.

Praktisch heißt das: Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Eier, Fisch und Fleisch über den Tag verteilt. Und der Punkt, der keine Kapsel braucht – Krafttraining: Muskulatur reagiert auf Belastung, in jedem Alter.

Vitamin D trägt zusätzlich die Angabe zur Erhaltung normaler Muskelfunktion, Magnesium, Calcium und Kalium ebenfalls.

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Calciumcarbonat mit rund 40 Prozent elementarem Anteil. Die Sturz-Angabe verlangt 1.200 mg täglich aus allen Quellen – Ernährung und Mineralwasser zählen mit.

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Als Lutschtablette – ein Teil wird bereits über die Mundschleimhaut aufgenommen, unabhängig von der Magensäure. Genau der Punkt, der in dieser Lebensphase zählt.

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Die Darreichungsform wird wichtiger

Ein Aspekt, der in Produktbeschreibungen selten vorkommt: Mit den Jahren können große Kapseln und Tabletten schwerer zu schlucken sein.

Alternativen, die dasselbe leisten:

  • Tropfen – bei fettlöslichen Vitaminen ohnehin die sinnvolle Form, weil sie den Ölträger mitbringen.
  • Lutschtabletten – bei Vitamin B12 zusätzlich sachlich begründet.
  • Pulver – lässt sich in Speisen einrühren.
  • Kleinere Tabletten statt einer großen – die Stückzahl auf der Packung verrät das.

Und ein Punkt, der bei mehreren Präparaten zählt: Je weniger Einzelprodukte, desto übersichtlicher die Gesamtaufnahme. Ein gut deklarierter Komplex kann mehrere Einzelprodukte ersetzen – vorausgesetzt, jede Position steht mit Menge und Prozentsatz da.

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Warum Medikamente hier besonders zählen

In dieser Lebensphase nehmen mehr Menschen dauerhaft Arzneimittel ein – und damit steigt die Zahl möglicher Wechselwirkungen.

Besonders relevant sind vier Konstellationen: gerinnungshemmende Mittel und Vitamin K, Schilddrüsenhormone und Mineralstoffe, Säureblocker und Vitamin B12 sowie entwässernde Mittel und Kalium.

Keine davon ist ein Grund, auf Nährstoffe zu verzichten. Alle sind ein Grund, die Liste einmal mit der Apotheke oder der Praxis durchzugehen – idealerweise mit Fotos der Nährwerttabellen.

Wichtig: Bei Dauermedikation gehört jede Ergänzung ärztlich oder in der Apotheke abgeklärt. Bei Nierenerkrankungen gilt das besonders für Calcium, Kalium, Magnesium und Vitamin D. Stürze und Gangunsicherheit gehören ärztlich abgeklärt.

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Häufige Fragen

Welche Angabe gilt speziell ab 60?
Vitamin D und Calcium tragen dazu bei, das Sturzrisiko infolge von Haltungsinstabilität und Muskelschwäche zu verringern – bei 20 µg Vitamin D und 1.200 mg Calcium täglich.

Steigt der Nährstoffbedarf im Alter?
Weniger als oft angenommen. Was sinkt, sind die verzehrte Menge und teilweise die Aufnahme.

Warum ist B12 im Alter ein Thema?
Weil die Magensäure für die Freisetzung aus der Nahrung gebraucht wird und ihre Bildung nachlassen kann.

Wie erreiche ich 1.200 mg Calcium?
Über Milchprodukte, calciumreiches Mineralwasser, Grünkohl, Brokkoli, Mandeln und Sesam – ein Präparat allein reicht selten.

Was hilft der Muskulatur außer Eiweiß?
Belastung. Muskulatur reagiert auf Krafttraining in jedem Alter.

Was tun, wenn Kapseln schwer zu schlucken sind?
Tropfen, Lutschtabletten oder Pulver wählen – bei fettlöslichen Vitaminen sind Tropfen ohnehin sinnvoll.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.

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