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Coenzym Q10: Ubichinon oder Ubiquinol – was der Unterschied bedeutet

Coenzym Q10 gehört zu den meistverkauften Nahrungsergänzungsmitteln in Deutschland – und zu denen mit der größten Lücke zwischen dem, was beworben wird, und dem, was gesagt werden darf. Dieser Beitrag ordnet ein, was sich sachlich sagen lässt, worin sich Ubichinon und Ubiquinol unterscheiden und woran sich Präparate vergleichen lassen.

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Zuerst das Unbequeme: keine zugelassene Angabe

Für Coenzym Q10 ist in der Europäischen Union keine einzige gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. Weder zu Energie noch zu Herz, Mitochondrien, Leistungsfähigkeit, Fruchtbarkeit oder Alterung. Entsprechende Anträge wurden geprüft und abgelehnt – nicht, weil Q10 als schädlich gilt, sondern weil die eingereichte Evidenz den Anforderungen für eine zugelassene Angabe nicht genügte.

Der Unterschied ist wichtig: „Nicht zugelassen“ heißt nicht „widerlegt“. Es heißt, dass ein Nachweis nach den geltenden Maßstäben nicht erbracht wurde. Q10 ist gut erforscht, aber die Studienlage ist heterogen – unterschiedliche Dosierungen, Formen, Studiendauern und Endpunkte führen zu Ergebnissen, die sich nicht zu einer belastbaren Aussage zusammenführen ließen.

Für die Praxis bedeutet das: Wer „Energie für deine Zellkraftwerke“ auf einer Q10-Dose liest, liest eine unzulässige Aussage. Das sagt nichts über den Stoff, aber einiges über den Anbieter.

Kurz gesagt: Q10 darf beschrieben, aber nicht beworben werden. Menge, Form und Träger sind die einzigen Angaben, an denen sich Produkte sachlich vergleichen lassen – und genau darum geht es im Rest dieses Beitrags.

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Was Coenzym Q10 ist

Coenzym Q10, chemisch Ubichinon-10, ist eine körpereigene, fettlösliche Substanz. Der Name leitet sich vom lateinischen „ubique“ für überall ab – die Substanz kommt in nahezu allen körpereigenen Zellen vor. Die Zahl 10 bezeichnet die Anzahl der Einheiten in ihrer Seitenkette; beim Menschen sind es zehn, bei anderen Lebewesen weniger.

Der Gesamtbestand im Körper wird auf etwa ein bis zwei Gramm geschätzt. Die höchsten Konzentrationen finden sich in Geweben mit hohem Energieumsatz.

Entscheidend für die Einordnung: Der Körper stellt Q10 selbst her. Es ist damit kein Vitamin und kein essentieller Nährstoff – anders als etwa Vitamin C, das zugeführt werden muss. Genau deshalb existiert für Q10 auch kein Nährstoffbezugswert und keine offizielle Zufuhrempfehlung. Die Eigensynthese ist ein mehrstufiger Prozess, an dem unter anderem mehrere B-Vitamine als Cofaktoren beteiligt sind.

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Q10 in Lebensmitteln – und warum die Mengen so klein sind

Über die Nahrung nimmt ein Erwachsener schätzungsweise 3 bis 10 mg Q10 täglich auf. Zum Vergleich: Präparate liefern häufig 100 bis 200 mg. Der Unterschied ist also nicht graduell, sondern eine Größenordnung.

Lebensmittel Q10-Gehalt (Richtwert je 100 g)
Innereien, vor allem Herz rund 10 mg
Sojaöl, Rapsöl rund 6–10 mg
Sardine, Makrele rund 5–7 mg
Erdnüsse, Sesam, Pistazien rund 2–4 mg
Rind- und Schweinefleisch rund 2–3 mg
Gemüse, Obst meist unter 0,5 mg

Ein Punkt, der beim Kochen relevant ist: Q10 ist hitzeempfindlich. Längeres Braten und Frittieren reduzieren den Gehalt spürbar.

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Ubichinon oder Ubiquinol – der Unterschied

Das ist die eigentliche Kaufentscheidung bei Q10, und sie wird auf Etiketten häufig nicht deutlich gemacht. Beide Bezeichnungen stehen für dieselbe Substanz in unterschiedlichem Oxidationszustand – vergleichbar damit, ob Eisen als zwei- oder dreiwertige Form vorliegt.

Merkmal Ubichinon Ubiquinol
Zustand oxidiert reduziert
Stabilität hoch empfindlich gegen Sauerstoff und Licht
Übliche Darreichung Pulver in Kapseln in Öl, lichtgeschützt
Herstellungsaufwand gering deutlich höher
Verbreitung in Präparaten Standard Premiumsegment

Beide Formen wandeln sich im Körper laufend ineinander um – das ist Teil des normalen Stoffwechsels und der Grund, warum sich die Frage nicht so eindeutig beantworten lässt, wie die Werbung nahelegt. Welche Variante für wen sinnvoller ist, lässt sich pauschal nicht sagen, und Aussagen dazu sind ebenfalls nicht zugelassen.

Was sich sagen lässt: Wer Ubiquinol kauft, sollte darauf achten, dass es in Öl gelöst und lichtgeschützt abgefüllt ist. Sonst geht der Vorteil der aufwendigeren Form durch Oxidation während der Lagerung wieder verloren – und man zahlt für etwas, das im Regal zu Ubichinon zurückreagiert.

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Worauf du beim Vergleich achten kannst

Weil ein Nährstoffbezugswert fehlt, gibt es bei Q10 keine Prozentangabe, an der man sich orientieren könnte. Umso wichtiger sind fünf andere Punkte:

  • Menge pro Tagesdosis – und wie viele Kapseln das sind. „200 mg“ bei zwei Kapseln sind 100 mg je Kapsel. Beim Preisvergleich rechnet sich das schnell anders, als es auf der Dose aussieht.
  • Form, ausdrücklich benannt. Steht dort Ubichinon oder Ubiquinol? Wer nur „Coenzym Q10“ schreibt, meint in aller Regel Ubichinon – sonst stünde die teurere Form dort.
  • Träger. Q10 ist fettlöslich. In Öl gelöst oder zu einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen ist sinnvoller als trocken auf nüchternen Magen.
  • Zutatenliste. Gute Produkte kommen mit drei Zutaten aus – Q10, ein Füllstoff und die Kapselhülle. Alles darüber hinaus gehört hinterfragt.
  • Herstellung. Q10 für Nahrungsergänzungsmittel wird üblicherweise durch Fermentation gewonnen. Das ist zugleich die Grundlage dafür, dass der Rohstoff pflanzlich ist.
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200 mg Coenzym Q10 als Ubichinon in einer Kapsel täglich. Drei Zutaten insgesamt: Q10, Reismehl und Cellulosekapsel – ohne Magnesiumstearat.

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Die reduzierte Form von Coenzym Q10 – in Öl gelöst und lichtgeschützt abgefüllt, wie es diese Form verlangt.

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Einnahme: warum der Zeitpunkt zur Mahlzeit gehört

Q10 ist fettlöslich und wird im Darm zusammen mit Nahrungsfetten aufgenommen. Daraus folgen drei praktische Punkte:

  • Zu einer Mahlzeit einnehmen, die Fett enthält – oder ein Produkt wählen, bei dem Öl bereits Träger ist. Auf nüchternen Magen wird Q10 nur unvollständig aufgenommen.
  • Größere Mengen aufteilen. Die Aufnahme im Darm ist begrenzt; bei hohen Tagesdosen ist eine Verteilung auf zwei Gaben sinnvoller als eine einzelne.
  • Regelmäßigkeit hilft. Ein fester Ablauf ist praktischer als gelegentliche große Mengen.

Zur Tageszeit gibt es keine belastbare Empfehlung. Viele nehmen Q10 morgens, weil es sich so leichter merken lässt – mehr steckt hinter dieser Gewohnheit nicht.

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Verträglichkeit und wann Vorsicht geboten ist

Q10 gilt allgemein als gut verträglich. Zwei Punkte gehören trotzdem auf jedes Etikett und in jeden ehrlichen Ratgeber.

Nicht für bestimmte Gruppen vorgesehen. Viele Q10-Produkte sind ausdrücklich nicht für Personen unter 18 Jahren, Schwangere und Stillende bestimmt. Der Grund liegt in fehlenden Daten für diese Gruppen, nicht in einem bekannten Risiko – das ist ein Unterschied, den Etiketten nicht erklären.

Wechselwirkung mit Gerinnungshemmern. Q10 ähnelt strukturell dem Vitamin K. Deshalb wird bei gleichzeitiger Einnahme von Gerinnungshemmern vom Cumarin-Typ zur ärztlichen Rücksprache geraten.

Wichtig bei Medikamenten: Wer gerinnungshemmende Medikamente einnimmt oder dauerhaft andere Arzneimittel verwendet, sollte die Anwendung vorher ärztlich abklären – auch dann, wenn Q10 nur als Bestandteil eines Komplexprodukts enthalten ist.

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Häufige Fragen zu Coenzym Q10

Was ist der Unterschied zwischen Q10 und Ubiquinol?
Ubiquinol ist die reduzierte Form von Coenzym Q10, Ubichinon die oxidierte. Beide wandeln sich im Körper laufend ineinander um.

Wie viel Q10 pro Tag?
Eine offizielle Empfehlung existiert nicht, weil Q10 kein essentieller Nährstoff mit festgelegtem Bezugswert ist. Übliche Mengen in Präparaten liegen zwischen 50 und 200 mg pro Tagesdosis, über die Nahrung sind es 3 bis 10 mg.

Wann nimmt man Q10 am besten ein?
Zu einer Mahlzeit, die Fett enthält – das ist der einzige Punkt, der sich aus der Fettlöslichkeit sachlich ableiten lässt.

Ist Q10 vegan?
Der Rohstoff wird üblicherweise fermentativ gewonnen und ist damit pflanzlich. Entscheidend ist die Kapselhülle: Cellulose ist vegan, Gelatine nicht.

Welche Lebensmittel enthalten Q10?
Innereien, fetter Seefisch, Pflanzenöle und Nüsse – allerdings in Mengen von wenigen Milligramm je 100 Gramm.

Warum steht auf manchen Dosen keine Wirkung?
Weil für Q10 keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen ist. Ein Etikett ohne Wirkversprechen ist an dieser Stelle das korrekte, nicht das schwächere.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Bei bestehenden Erkrankungen oder der Einnahme von Medikamenten vor Gebrauch ärztlichen Rat einholen. Angaben zu Lebensmittelgehalten sind Richtwerte und schwanken je nach Herkunft und Zubereitung.

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