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Kupfer: Wirkung, Bedarf und warum es fast immer neben Zink steht

Kupfer gehört zu den Spurenelementen, die kaum jemand gezielt ergänzt – und die trotzdem in fast jedem guten Komplexprodukt stecken. Der Grund dafür liegt in seinem Verhältnis zu Zink. Dieser Beitrag erklärt, warum die beiden zusammengehören, wie viel Kupfer nötig ist und wie eng die Spanne nach oben ist.

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Sieben zugelassene Aussagen – und was dahintersteckt

Kupfer gehört zu den Nährstoffen mit vergleichsweise vielen geprüften Angaben. Sieben sind von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zugelassen:

  • Kupfer trägt zur Erhaltung von normalem Bindegewebe bei.
  • Kupfer trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.
  • Kupfer trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.
  • Kupfer trägt zu einer normalen Haar- und Hautpigmentierung bei.
  • Kupfer trägt zu einem normalen Eisentransport im Körper bei.
  • Kupfer trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
  • Kupfer trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Diese Bandbreite ist kein Zufall. Kupfer ist Bestandteil einer Reihe körpereigener Enzyme, und die zugelassenen Angaben spiegeln deren Aufgaben wider: Ein kupferhaltiges Enzym ist an der Quervernetzung von Kollagen und Elastin beteiligt – daher die Angabe zum Bindegewebe. Ein anderes ist an der Bildung des Farbstoffs Melanin beteiligt – daher die Angabe zur Pigmentierung, eine der wenigen zugelassenen Aussagen, die sich überhaupt auf Haarfarbe bezieht. Und ein kupferhaltiges Transportprotein im Blut ist dafür nötig, dass Eisen überhaupt bewegt werden kann – daher die Angabe zum Eisentransport.

Der letzte Punkt ist praktisch relevant: Ein Eisenmangel, der sich durch Eisenzufuhr nicht bessert, kann auch mit der Kupferversorgung zusammenhängen. Das ist allerdings eine Frage für die ärztliche Diagnostik, nicht für den Selbstversuch.

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Der Punkt, auf den es ankommt: das Verhältnis zu Zink

Zink und Kupfer nutzen im Dünndarm dieselben Transportmechanismen. Eine hohe Zinkzufuhr regt zudem die Bildung eines Bindeproteins in den Darmzellen an, das Kupfer festhält und mit den abgestoßenen Zellen wieder ausgeschieden wird. Beides zusammen führt dazu, dass eine dauerhaft hohe Zinkzufuhr die Kupferaufnahme beeinträchtigen kann.

Deshalb enthalten viele hochdosierte Zinkpräparate und praktisch alle guten Multivitamine zusätzlich Kupfer. Als Orientierung wird häufig ein Verhältnis von etwa 10 bis 15 Teilen Zink zu einem Teil Kupfer genannt.

Zink im Produkt Kupfer im Verhältnis 10:1 bis 15:1
10 mg rund 0,7–1 mg
15 mg rund 1–1,5 mg
25 mg rund 1,7–2,5 mg

Ein Blick auf die Tabelle zeigt zugleich das Problem: Bei 25 mg Zink läge das rechnerische Kupfer bereits nahe der Hälfte der Obergrenze. Deshalb sind hochdosierte Zinkprodukte in aller Regel ohne Kupfer formuliert – und eben nicht für die Dauereinnahme über viele Monate gedacht.

Kurz gesagt: Ein Produkt mit 25 mg Zink und ohne Kupfer ist für eine begrenzte Anwendung gedacht, nicht für Monate. Auf guten Etiketten steht das auch so.

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Bedarf und Obergrenze – eine enge Spanne

Der Nährstoffbezugswert liegt bei 1 mg täglich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Erwachsene einen Schätzwert in der Größenordnung von 1 bis 1,5 mg.

Die tolerierbare Gesamtaufnahme gibt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit mit 5 mg täglich für Erwachsene an. Damit liegt zwischen Bedarf und Obergrenze nur der Faktor fünf – ähnlich eng wie bei Jod und deutlich enger als etwa bei den B-Vitaminen, wo das Vielfache des Bezugswerts unproblematisch ist.

Praktisch heißt das: Wer ein Multivitamin, einen Mineralstoffkomplex und ein Einzelpräparat kombiniert, sollte die Kupfermengen zusammenzählen. Bei 1 mg Bezugswert werden Prozentangaben schnell dreistellig, ohne dass die absolute Menge groß wirkt.

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Kupfer in Lebensmitteln

Ein Kupfermangel ist bei gemischter Ernährung selten – die Quellen sind alltagstauglich und ergiebig.

Lebensmittel Kupfergehalt (Richtwert je 100 g)
Rinderleber mehrere Milligramm
Kakaopulver, dunkle Schokolade rund 2–4 mg
Cashewkerne rund 2 mg
Haselnüsse, Walnüsse rund 1–1,5 mg
Linsen, Kichererbsen rund 0,7 mg
Haferflocken, Vollkornbrot rund 0,3–0,5 mg

Eine Handvoll Cashewkerne oder ein Stück dunkle Schokolade decken den Bezugswert bereits. Das relativiert die Frage nach einem Einzelpräparat erheblich.

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Was die Aufnahme beeinflusst

Die Kupferaufnahme aus der Nahrung liegt je nach Zufuhrmenge zwischen rund einem Drittel und der Hälfte. Sie ist kein fester Wert, sondern wird vom Körper reguliert: Bei niedriger Zufuhr steigt die Aufnahmerate, bei hoher sinkt sie. Das ist der wichtigste Schutzmechanismus gegen eine Überversorgung über Lebensmittel.

Drei Faktoren können die Aufnahme senken:

  • Hohe Zinkzufuhr – der oben beschriebene Hauptfaktor.
  • Sehr hohe Eisenzufuhr – die beiden konkurrieren ebenfalls, allerdings schwächer.
  • Phytat aus Vollkorn und Hülsenfrüchten – es bindet Mineralstoffe. Einweichen, Keimen und Sauerteigführung mindern diesen Effekt.

In der Praxis bedeutet das vor allem: Zink- und Kupferpräparate müssen nicht zeitversetzt genommen werden, wenn sie in einem sinnvollen Verhältnis stehen. Problematisch wird es erst bei hoher Zinkzufuhr ohne Kupfer über lange Zeit.

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Worauf du beim Kauf achten solltest

  • Menge und NRV-Prozentsatz in der Nährwerttabelle – bei 1 mg Bezugswert wirken Prozentangaben schnell groß, obwohl die absolute Menge klein ist.
  • Die Verbindung: Kupfergluconat und Kupfercitrat sind die üblichen Formen in Nahrungsergänzungsmitteln.
  • Das Verhältnis zum Zink im selben Produkt – 10:1 bis 15:1 als Orientierung.
  • Gesamtaufnahme: Kupfer steckt in vielen Multivitaminen und Mineralstoffkomplexen. Bei 1 mg Bezugswert und 5 mg Obergrenze ist der Spielraum kleiner, als er wirkt.
  • Einzelpräparat oder Komplex: Kupfer allein zu ergänzen ergibt selten Sinn. Als Bestandteil eines Komplexes neben Zink dagegen häufig.
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Beide Spurenelemente im Verhältnis von rund 9:1, jeweils mit Menge und NRV in der Tabelle – neben 28 weiteren deklarierten Positionen.

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Wann Kupfer nicht ergänzt werden sollte

Es gibt eine seltene erbliche Erkrankung, bei der die Kupferausscheidung über die Leber gestört ist und sich Kupfer im Körper anreichert. Wer davon betroffen ist, weiß es in aller Regel – die Erkrankung wird ärztlich behandelt und erfordert eine kupferarme Ernährung.

Für alle anderen gilt: Der Körper reguliert die Kupferaufnahme selbst. Eine Überversorgung über Lebensmittel ist praktisch ausgeschlossen, über die Kombination mehrerer Präparate dagegen denkbar.

Wichtig: Bei einer bekannten Kupferspeicherkrankheit oder bei Lebererkrankungen gehört jede Kupferzufuhr ärztlich abgeklärt – auch die über Multivitamine.

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Häufige Fragen zu Kupfer

Wie viel Kupfer pro Tag?
Der Nährstoffbezugswert liegt bei 1 mg, die tolerierbare Gesamtaufnahme bei 5 mg täglich für Erwachsene.

Warum ist in Zinkpräparaten Kupfer enthalten?
Weil beide dieselben Transportwege im Darm nutzen und eine dauerhaft hohe Zinkzufuhr die Kupferaufnahme beeinträchtigen kann. Als Orientierung gilt ein Verhältnis von 10:1 bis 15:1.

Welche Lebensmittel enthalten viel Kupfer?
Innereien, Kakao, Cashewkerne, Nüsse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Eine Handvoll Cashews deckt den Bezugswert bereits.

Sollte man Kupfer einzeln ergänzen?
Selten. Sinnvoller ist es in aller Regel als Bestandteil eines Komplexes neben Zink.

Muss ich Zink und Kupfer zeitversetzt einnehmen?
Nicht, wenn sie in einem sinnvollen Verhältnis im selben Produkt stehen. Problematisch ist hohe Zinkzufuhr ohne Kupfer über lange Zeit.

Woran erkennt man einen Kupfermangel?
Nicht an einzelnen Symptomen – die sind unspezifisch. Ein Verdacht gehört ärztlich abgeklärt, insbesondere wenn ein Eisenmangel auf Eisenzufuhr nicht anspricht.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Angaben zu Lebensmittelgehalten sind Richtwerte und schwanken je nach Herkunft, Sorte und Zubereitung.

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