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Magnesium und Kaffee zusammen einnehmen – worauf du achten solltest

Die Kapsel liegt neben der Tasse, beides steht morgens auf dem Tisch. Die Frage liegt nahe: Verträgt sich das – oder macht der Kaffee zunichte, was das Magnesium bringen soll?

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Kaffee treibt – auch Mineralstoffe

Koffein wirkt harntreibend. Das merkt jeder, der eine große Tasse trinkt und kurz darauf zur Toilette muss.

Was dabei den Körper verlässt, ist nicht nur Wasser. Mit dem Urin gehen auch gelöste Mineralstoffe – Magnesium, Calcium, Kalium. Die Niere filtert, und was sie nicht rechtzeitig zurückholt, ist weg.

Das ist der eigentliche Mechanismus. Es geht nicht darum, dass Kaffee das Magnesium in der Kapsel zerstört oder die Aufnahme im Darm blockiert – sondern darum, dass mehr davon ausgeschieden wird.

Kurz gesagt: Kaffee blockiert die Aufnahme nicht, erhöht aber die Ausscheidung. Bei üblichen Mengen ist der Effekt klein – bei vielen Tassen täglich summiert er sich.

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Wie groß ist der Effekt wirklich?

Hier lohnt sich Nüchternheit. Zwei bis drei Tassen am Tag sind kein Problem – der Verlust ist messbar, aber gering, und der Körper gleicht ihn über die Nahrung aus.

Interessant wird es bei denen, die deutlich mehr trinken. Wer den Tag mit vier, fünf oder sechs Tassen durchzieht, kombiniert oft mehrere Umstände:

  • hohe Koffeinmenge über viele Stunden
  • wenig Wasser daneben, weil der Kaffee den Durst überdeckt
  • häufig ein Alltag mit Stress – und der erhöht den Bedarf zusätzlich
  • unregelmäßige Mahlzeiten, weil Kaffee auch den Appetit dämpft

Nicht der Kaffee allein macht die Lücke, sondern das Muster drumherum.

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Der Gewöhnungseffekt

Ein Detail, das in der Diskussion meist fehlt: Die harntreibende Wirkung lässt bei regelmäßigem Konsum nach.

Wer täglich Kaffee trinkt, reagiert deutlich schwächer darauf als jemand, der ihn nur gelegentlich zu sich nimmt. Der Körper gewöhnt sich an das Koffein, und die Nieren regulieren gegen.

Das relativiert vieles. Die Warnungen vor Kaffee als Mineralstoffräuber stammen häufig aus Untersuchungen an Menschen, die kein Koffein gewohnt waren. Bei gewohnheitsmäßigen Kaffeetrinkern fällt der Effekt kleiner aus.

Kaffee gilt deshalb heute auch nicht mehr als Flüssigkeitsräuber. Er zählt zur Trinkmenge dazu.

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Was für den Abstand spricht

Auch wenn der Effekt klein ist – es gibt einen praktischen Grund, Kapsel und Tasse nicht zeitgleich zu nehmen.

Die Aufnahme von Mineralstoffen braucht Zeit im Darm. Wer eine große Menge Flüssigkeit hinterherschickt, beschleunigt die Passage. Was schneller durchläuft, wird anteilig schlechter aufgenommen.

Eine halbe bis eine Stunde Abstand genügt. Mehr ist nicht nötig, und wer es vergisst, hat nichts verdorben.

Zwei Varianten, die sich im Alltag bewährt haben:

Zeitpunkt Warum das funktioniert
Zum Mittagessen weit weg vom Morgenkaffee, zur Mahlzeit gut verträglich
Am Abend der Kaffeetag ist vorbei, die Routine sitzt

Der Abend ist bei vielen beliebt. Eine belegte Sonderwirkung hat er nicht – aber er ist der Zeitpunkt, an den man sich am zuverlässigsten erinnert.

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Was Kaffee sonst noch beeinflusst

Beim Magnesium ist der Effekt überschaubar. Bei einem anderen Mineralstoff ist er deutlich größer – und dort wird er oft übersehen.

Eisen. Kaffee und schwarzer Tee enthalten Gerbstoffe, die pflanzliches Eisen im Darm binden. Anders als beim Magnesium geht es hier tatsächlich um die Aufnahme, und der Effekt ist erheblich. Wer Eisen ergänzt oder auf pflanzliche Quellen angewiesen ist, hält deshalb ein bis zwei Stunden Abstand.

Umgekehrt verbessert Vitamin C die Eisenaufnahme deutlich. Ein Glas Orangensaft zum Linsengericht bringt mehr als jede Kapsel danach.

Und das Wasser. Wer viel Kaffee trinkt, sollte daneben ausreichend trinken – nicht, weil Kaffee dehydriert, sondern weil er den Durst überdeckt und dadurch andere Getränke verdrängt.

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Wo Magnesium im Essen steckt

Bevor man über Ergänzung nachdenkt, lohnt der Blick auf den Teller. Magnesium sitzt vor allem dort, wo etwas wächst und keimt – im Keimling, in der Schale, im Blattgrün.

  • Kürbiskerne und Sonnenblumenkerne – die dichtesten Quellen überhaupt
  • Mandeln, Cashews, Haselnüsse
  • Haferflocken und Vollkornbrot – bei Weißmehl ist der Keimling entfernt
  • Hülsenfrüchte, besonders Bohnen und Linsen
  • Bitterschokolade – je höher der Kakaoanteil, desto mehr
  • Mineralwasser – die Unterschiede zwischen Marken sind beträchtlich

Ein Blick auf das Etikett der Wasserflasche lohnt sich: Manche Sorten enthalten kaum etwas, andere ein Vielfaches davon. Bei zwei Litern am Tag macht das einen echten Unterschied.

Und noch ein Zusammenhang, der zum Thema passt: Kaffee selbst enthält Magnesium. Nicht viel, aber messbar – die Kaffeebohne ist ein pflanzlicher Samen wie jeder andere.

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Häufige Fragen

Kann ich Magnesium mit Kaffee einnehmen?
Grundsätzlich ja. Eine halbe bis eine Stunde Abstand ist trotzdem sinnvoll, weil eine große Flüssigkeitsmenge die Darmpassage beschleunigt.

Raubt Kaffee Magnesium?
Er erhöht die Ausscheidung über die Nieren. Bei zwei bis drei Tassen ist der Effekt klein, bei sehr hohem Konsum summiert er sich.

Gilt das auch für Tee?
Schwarzer und grüner Tee enthalten ebenfalls Koffein, allerdings in geringerer Menge.

Was ist mit Eisen?
Dort ist der Effekt deutlich größer – die Gerbstoffe binden pflanzliches Eisen im Darm. Ein bis zwei Stunden Abstand.

Wann nehme ich Magnesium am besten?
Zum Mittagessen oder abends. Wichtiger als die Uhrzeit ist die Regelmäßigkeit.

Entzieht Kaffee dem Körper Wasser?
Nach heutigem Stand nicht. Kaffee zählt zur Trinkmenge dazu.

Wichtig: Bei eingeschränkter Nierenfunktion gehört jede Magnesiumzufuhr ärztlich abgestimmt. Wer bestimmte Antibiotika oder Schilddrüsenhormone einnimmt, hält die dafür genannten Abstände ein. Anhaltende Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen oder Missempfindungen gehören ärztlich untersucht.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.

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