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Ashwagandha: Was hinter der Schlafbeere steckt

Kaum eine Pflanze ist in den letzten Jahren so oft genannt worden. Ashwagandha steckt in Kapseln, Pulvern, Getränken und Riegeln – und die wenigsten wissen, dass es sich um eine Wurzel handelt, die seit Jahrtausenden in Indien verwendet wird.

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Der Name verrät den Geruch

Ashwagandha setzt sich im Sanskrit aus zwei Wörtern zusammen: ashva für Pferd und gandha für Geruch. Wer eine Dose reines Wurzelpulver öffnet, versteht sofort, warum.

Der Geruch ist streng, erdig und für viele gewöhnungsbedürftig. Er stammt von schwefelhaltigen Verbindungen in der Wurzel.

Die zweite Deutung des Namens verweist auf die Kraft eines Pferdes – so wurde die Pflanze in den alten Texten beschrieben. Beide Lesarten haben ihre Anhänger.

Im Deutschen heißt sie Schlafbeere, botanisch Withania somnifera. Das lateinische somnifera bedeutet schlafbringend.

Kurz gesagt: Der strenge Geruch gehört dazu. Ein geruchloses Produkt enthält meist einen stark verarbeiteten Extrakt statt der ganzen Wurzel.

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Wurzelpulver oder Extrakt

Das ist die Frage, an der sich die Produkte am deutlichsten unterscheiden – und sie steht selten groß auf der Vorderseite.

Form Was sie ausmacht
Reines Wurzelpulver die getrocknete, gemahlene Wurzel – wie in der Tradition verwendet
Extrakt konzentriert, meist auf Withanolide standardisiert
Markenextrakte patentierte Herstellungsverfahren mit eigenem Namen
Blätter statt Wurzel günstiger, in der Tradition aber nicht üblich

Der letzte Punkt ist der wichtigste beim Etikettenlesen. Verwendet wurde traditionell die Wurzel – Blattmaterial ist eine moderne, preisgünstigere Variante. Wer Wurzel möchte, sollte das Wort auf der Packung finden.

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Die ganze Wurzel, gemahlen – kein Extrakt, kein Blattmaterial. Aus biologischem Anbau, in Kapseln statt als Pulver, sodass der Geschmack keine Rolle spielt.

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Ein Nachtschattengewächs

Botanisch gehört Ashwagandha zu den Nachtschattengewächsen – derselben Familie wie Tomate, Kartoffel, Paprika und Aubergine.

Die orangeroten Beeren, die der Pflanze den deutschen Namen geben, sitzen in einem papierartigen Kelch. Wer schon einmal eine Physalis gesehen hat, kennt das Bild.

Für Menschen, die auf Nachtschattengewächse empfindlich reagieren, ist diese Zugehörigkeit ein Hinweis, den man kennen sollte.

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Nicht überall gleich eingestuft

Ein Punkt, der überrascht: Ashwagandha wird in Europa nicht einheitlich behandelt.

In Deutschland ist sie als Zutat in Nahrungsergänzungsmitteln erhältlich. In Dänemark wurde der Verkauf eingeschränkt – die dortige Behörde kam nach einer Bewertung zu einem anderen Ergebnis als andere Länder. Auch in einigen weiteren Staaten laufen Prüfungen.

Das bedeutet nicht, dass die Pflanze gefährlich wäre. Es zeigt, dass die Bewertung botanischer Zutaten in der EU nicht abgeschlossen ist und Behörden zu unterschiedlichen Schlüssen kommen.

Für die Praxis heißt das vor allem eins: Wer Medikamente einnimmt oder Vorerkrankungen hat, spricht die Einnahme vorher ärztlich ab. Das gilt besonders bei Schilddrüsenerkrankungen und Autoimmunerkrankungen.

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Was wir nicht schreiben

Für Ashwagandha gibt es in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben. Das ist der Grund, warum auf unserer Produktseite keine Wirkung behauptet wird – und warum auch dieser Artikel keine nennt.

Wer im Netz Aussagen zu Stress, Schlaf oder Hormonen findet, sollte wissen: Diese Angaben sind für Nahrungsergänzungsmittel in der EU nicht erlaubt. Anbieter, die sie trotzdem verwenden, bewegen sich außerhalb des zulässigen Rahmens.

Was sich sagen lässt, ist die Herkunft: Die Wurzel wird im Ayurveda seit über zweitausend Jahren verwendet und zählt dort zu den Rasayana – jener Gruppe von Pflanzen, die für den langfristigen Gebrauch vorgesehen sind.

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Woran sich Qualität erkennen lässt

Bei Wurzeln aus dem Ausland stellen sich Fragen, die bei einem Vitamin nicht auftreten:

  • Wurzel oder Blatt? Traditionell wird die Wurzel verwendet.
  • Bio-Anbau? Wurzeln nehmen auf, was im Boden ist – Rückstände und Schwermetalle inbegriffen.
  • Wird auf Schwermetalle geprüft? Bei Wurzelpulvern aus Indien ein zentraler Punkt.
  • Steht die Herkunft auf der Packung? Nicht nur das Wort Ashwagandha.
  • Kapsel oder Pulver? Kapseln umgehen den Geschmack, Pulver lässt sich feiner dosieren.

Der zweite und dritte Punkt hängen zusammen und sind bei Wurzelprodukten wichtiger als bei allem anderen. Was aus der Erde kommt, bringt mit, was in der Erde war.

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Häufige Fragen

Was bedeutet der Name Ashwagandha?
Aus dem Sanskrit: Pferd und Geruch. Die Wurzel riecht streng und erdig.

Warum riecht mein Pulver so stark?
Das gehört zur Wurzel. Ein geruchloses Produkt enthält meist einen stark verarbeiteten Extrakt.

Wurzelpulver oder Extrakt?
Wurzelpulver entspricht der traditionellen Verwendung. Extrakte sind konzentriert und standardisiert.

Warum ist Ashwagandha in Dänemark eingeschränkt?
Die dortige Behörde kam bei ihrer Bewertung zu einem anderen Ergebnis als andere Länder. Die Einstufung botanischer Zutaten ist EU-weit nicht abgeschlossen.

Ist Ashwagandha ein Nachtschattengewächs?
Ja – dieselbe Familie wie Tomate und Kartoffel.

Warum steht keine Wirkung auf der Packung?
Für Ashwagandha gibt es in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben.

Worauf beim Kauf achten?
Wurzel statt Blatt, Bio-Anbau, Schwermetallprüfung und eine nachvollziehbare Herkunft.

Wichtig: Nicht geeignet in Schwangerschaft und Stillzeit. Bei Schilddrüsenerkrankungen, Autoimmunerkrankungen sowie bei der Einnahme von Medikamenten – insbesondere Beruhigungsmitteln, Schilddrüsenhormonen und Immunsuppressiva – gehört die Anwendung vorher ärztlich abgeklärt. Bei Empfindlichkeit gegenüber Nachtschattengewächsen ist Vorsicht geboten. Anhaltende Schlafprobleme oder starke Erschöpfung gehören ärztlich untersucht.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.

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