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Kurkuma, Weihrauch und MSM: Worauf es bei Extrakten wirklich ankommt

Kurkuma, Weihrauch und MSM gehören zu den meistgekauften Produkten überhaupt – und zu den am schwersten vergleichbaren. Denn dieselbe Milligrammzahl auf der Vorderseite kann völlig Unterschiedliches bedeuten.

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Vorweg: Was gesagt werden darf

Für alle drei Stoffe existiert nach EU-Recht keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Weder für Kurkuma noch für Weihrauch noch für MSM.

Das ist kein Sonderfall dieser drei, sondern die Regel bei botanischen Stoffen: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat in diesem Bereich kaum etwas zugelassen.

Wer also auf einem solchen Produkt eine Wirkaussage liest, findet den Grund in der Nährwerttabelle – dort steht dann ein zugesetztes Vitamin oder Spurenelement, dem die Aussage tatsächlich gehört. Bei MSM mit Acerola ist es beispielsweise das Vitamin C.

Was bleibt, ist die Frage, die sich sehr wohl beantworten lässt: Was steckt tatsächlich drin?

Kurz gesagt: Bei diesen drei Produkten entscheidet nicht das Versprechen auf der Vorderseite, sondern der Leitstoffgehalt in der Tabelle. Er ist die einzige Zahl, die sich zwischen Anbietern vergleichen lässt.

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Kurkuma: Pulver oder Extrakt?

Hier liegt der größte Unterschied im ganzen Sortiment – und er ist auf der Vorderseite oft nicht erkennbar.

Die getrocknete Kurkumawurzel enthält von Natur aus etwa zwei bis fünf Prozent Curcuminoide. Ein Extrakt wird dagegen auf bis zu 95 Prozent gezogen.

Das heißt: Ein Produkt mit 3.000 mg Kurkumapulver kann rund 90 mg Curcuminoide enthalten. Ein anderes mit 474 mg Extrakt bringt 450 mg. Die kleinere Zahl auf der Packung steht für die fünffache Menge des eigentlichen Inhaltsstoffs.

Beide Produkte haben ihre Berechtigung – sie sind nur nicht dasselbe:

Form Was drin ist Für wen
Wurzelpulver das ganze Gewürz, 2–5 % Curcuminoide wer das vollständige Gewürz möchte
Extrakt konzentriert, bis 95 % Curcuminoide wer die Menge in einer Kapsel will

Die entscheidende Frage beim Etikett lautet also: Bezeichnen die Milligramm das Pulver oder die Curcuminoide?

Kurkuma 450 mg Curcuminoide mit Piperin von REVIGENA
450 MG SIND CURCUMINOIDE

Die Zahl auf der Vorderseite bezeichnet hier die Curcuminoide, nicht das Pulver – aus 474 mg Extrakt mit 95 % Gehalt. Mit Piperin aus schwarzem Pfeffer.

Kurkuma 450 mg + Piperin

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Warum schwarzer Pfeffer dazugehört

Curcuminoide haben eine bekannte Schwäche: Sie lösen sich in Wasser praktisch nicht. In Fett dagegen gut.

Deshalb wird Kurkuma in der indischen Küche fast immer zuerst in Öl oder Ghee angebraten, bevor die übrigen Zutaten dazukommen. Und deshalb gehört die Kapsel zu einer Mahlzeit mit etwas Fett – ein Löffel Joghurt oder etwas Öl im Essen genügen.

Piperin, der Scharfstoff des schwarzen Pfeffers, ist der zweite Teil der Antwort. Dass Kurkuma und Pfeffer zusammengehören, wusste die indische Küche lange vor jeder Untersuchung – in praktisch jeder Currymischung stehen beide nebeneinander.

Ein Detail am Rande: Piperin sitzt vor allem in der äußeren Schicht des Pfefferkorns. Weißer Pfeffer, bei dem diese Schicht entfernt wird, schmeckt deshalb milder.

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Weihrauch: die Art entscheidet

Weihrauch ist das getrocknete Harz von Bäumen der Gattung Boswellia. Geerntet wird durch Anritzen der Rinde – der austretende Saft erstarrt an der Luft zu Tränen, wie die Harzstücke genannt werden.

Der Handel kennt mehrere Arten, und sie unterscheiden sich erheblich. Für Nahrungsergänzung wird meist Boswellia serrata verwendet, der indische Weihrauch.

Der Leitstoff heißt Boswelliasäuren. Und wie bei Kurkuma gilt: Ohne diese zweite Zahl lässt sich nicht sagen, wie stark ein Extrakt gezogen ist. Handelsware reicht von etwa 30 bis über 65 Prozent.

Beim Kauf lohnen deshalb drei Blicke: botanische Art, Boswelliasäuregehalt und – wie beim Kurkuma – die Einnahme zu einer Mahlzeit, weil auch dieses Harz fettlöslich ist.

Weihrauch Extrakt mit Boswelliasäuren von REVIGENA
260 MG BOSWELLIASÄUREN AUSGEWIESEN

Aus 400 mg Extrakt von Boswellia serrata – botanische Art und Leitstoffgehalt stehen beide auf dem Etikett. Ebenfalls fettlöslich, gehört also zur selben Mahlzeit wie das Kurkuma.

Weihrauch Extrakt 400 mg

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MSM: der einfachste Fall

MSM steht für Methylsulfonylmethan – eine organische Schwefelverbindung, die in geringen Mengen in Milch, Kaffee, Tomaten und grünem Gemüse vorkommt.

Anders als bei Kurkuma und Weihrauch gibt es hier keine Leitstofffrage: MSM ist ein Reinstoff, kein Extrakt. 1.600 mg MSM sind 1.600 mg MSM.

Was stattdessen zählt, sind zwei andere Punkte.

Die Reinheit. MSM wird destilliert oder kristallisiert hergestellt – die Destillation gilt als das aufwendigere Verfahren.

Die Zutatenliste. Bei einem Reinstoff in dieser Menge ist die Frage, was außer dem MSM noch in der Kapsel steckt. Ein Produkt mit einer einzigen Zutat plus Kapselhülle ist die Ausnahme, nicht die Regel.

Ein Hinweis zum Geruch: Schwefelverbindungen riechen. Das gehört zum Stoff und ist kein Qualitätsmangel.

MSM 1600 mg von REVIGENA
EINE ZUTAT PLUS KAPSELHÜLLE

1.600 mg MSM ohne Trennmittel, Rieselhilfen oder Füllstoffe. Bei einer Menge dieser Größenordnung ist der Verzicht auf Hilfsstoffe technisch anspruchsvoll – und auf der Zutatenliste sofort erkennbar.

MSM 1600 mg

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Die vier Fragen vor dem Kauf

Bei pflanzlichen Extrakten führen vier Fragen zuverlässig zur richtigen Einschätzung:

  • Steht die botanische Art auf dem Etikett? Boswellia serrata, Curcuma longa – oder nur die deutsche Bezeichnung?
  • Ist der Leitstoffgehalt angegeben? Curcuminoide, Boswelliasäuren – ohne diese Zahl bleibt die Stärke offen.
  • Welcher Pflanzenteil? Wurzel, Harz, Blatt – sie enthalten unterschiedliche Stoffgruppen.
  • Was steht sonst noch in der Zutatenliste? Trennmittel und Füllstoffe sind technisch selten nötig.

Und eine praktische Regel für alle drei: Zu einer Mahlzeit einnehmen. Curcuminoide und Boswelliasäuren sind fettlöslich, MSM wird zum Essen besser vertragen.

Wichtig: Kurkuma und Weihrauch gehören bei gerinnungshemmenden Medikamenten und vor geplanten Operationen vorher ärztlich abgeklärt. Bei bekannten Gallensteinen gilt das für Kurkuma ebenfalls. Nicht geeignet für Schwangere und Stillende. Anhaltende Gelenkbeschwerden, Schwellungen oder Bewegungseinschränkungen gehören ärztlich untersucht und nicht mit einem Präparat begleitet.

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Häufige Fragen

Gibt es zugelassene Angaben zu Kurkuma, Weihrauch oder MSM?
Nein. Für alle drei existiert keine – Aussagen auf solchen Produkten gehören zugesetzten Nährstoffen.

Woran erkenne ich ein starkes Kurkumaprodukt?
Am Curcuminoidgehalt. Wurzelpulver enthält 2–5 Prozent, ein Extrakt bis zu 95.

Warum schwarzer Pfeffer beim Kurkuma?
Curcuminoide lösen sich schlecht in Wasser. Die Kombination stammt aus der indischen Küche und ist dort seit jeher üblich.

Welche Weihrauchart wird verwendet?
Für Nahrungsergänzung meist Boswellia serrata. Die Art gehört auf das Etikett, ebenso der Boswelliasäuregehalt.

Gibt es bei MSM Qualitätsunterschiede?
MSM ist ein Reinstoff – hier zählen Reinheit und die Frage, was sonst noch in der Kapsel steckt.

Wann sollten die drei eingenommen werden?
Zu einer Mahlzeit. Curcuminoide und Boswelliasäuren brauchen Fett, MSM wird so besser vertragen.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.

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