Bei Kollagen stehen auf Etiketten Angaben, die drei verschiedene Dinge beschreiben: den Typ, die Quelle und die Verarbeitung. Alle drei gehören auf ein vollständiges Etikett – und alle drei fehlen häufig.
Was Kollagen ist
Kollagen ist das mengenmäßig häufigste Protein im menschlichen Körper – es macht einen erheblichen Teil des Gesamteiweißes aus. Es ist der Baustoff des Bindegewebes und findet sich in Haut, Sehnen, Bändern, Knorpel, Knochen und Gefäßwänden.
Strukturell besteht es aus drei umeinander gewundenen Eiweißketten – eine Tripelhelix, die dem Gewebe Zugfestigkeit gibt. Auffällig ist die Aminosäurezusammensetzung: Kollagen ist ungewöhnlich reich an Glycin, Prolin und Hydroxyprolin.
Das letzte davon ist bemerkenswert: Hydroxyprolin entsteht erst im Körper, durch Umbau von Prolin – und dieser Schritt benötigt Vitamin C. Genau darauf beruht die einzige zugelassene Angabe in diesem Themenfeld.
Keine Angabe für Kollagen – eine für Vitamin C
Für Kollagen ist keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen – weder zu Haut, Falten, Gelenken, Knorpel noch zu Haaren und Nägeln.
Zugelassen ist dagegen eine Angabe zu Vitamin C, und sie lautet im Wortlaut: Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei. Es gibt entsprechende Varianten für Knochen, Knorpel, Zahnfleisch, Zähne und Blutgefäße.
Das ist die Erklärung für eine Rezeptur, die sonst willkürlich wirkt: Kollagenprodukte enthalten fast immer Vitamin C. Es trägt die Aussage, die das Kollagen selbst nicht tragen darf – und der Zusammenhang ist biochemisch nachvollziehbar, weil Vitamin C für den Einbau von Hydroxyprolin gebraucht wird.
Kurz gesagt: Die Kollagen-Aussage auf einer Packung gehört dem Vitamin C – und sie spricht von der körpereigenen Bildung, nicht vom zugeführten Kollagen. Die Schwelle liegt bei 12 mg Vitamin C.
Die drei Angaben: Typ, Quelle, Verarbeitung
Es gibt über zwei Dutzend Kollagentypen im Körper. Drei davon sind für Nahrungsergänzungsmittel relevant:
| Typ | Vorkommen im Körper | Übliche Quelle |
|---|---|---|
| Typ I | Haut, Sehnen, Knochen | Rind, Fisch |
| Typ II | Knorpel | Hühnerbrustbein |
| Typ III | Haut, Gefäße, Organe | Rind |
Die Quelle ist die zweite Angabe – und die praktisch relevanteste. Kollagen ist ein tierisches Protein; ein pflanzliches Kollagen existiert nicht. Üblich sind Rind, Fisch und Schwein. Wer bestimmte tierische Quellen meidet, braucht diese Angabe.
Produkte, die mit „veganem Kollagen“ werben, enthalten kein Kollagen, sondern Nährstoffe, die an der körpereigenen Bildung beteiligt sind – meist Vitamin C und Aminosäuren. Das ist zulässig, sofern es nicht als Kollagen bezeichnet wird.
Die Verarbeitung ist die dritte: Kollagenhydrolysat ist enzymatisch in kleinere Bruchstücke gespalten und dadurch besser löslich als unbehandeltes Kollagen oder Gelatine. Manche Hersteller geben zusätzlich das Molekulargewicht in Dalton an.
Was mit Kollagen im Körper geschieht
Ein Punkt, der zur Ehrlichkeit gehört: Kollagen ist ein Eiweiß, und Eiweiße werden im Verdauungstrakt in Aminosäuren und kurze Peptide zerlegt. Es gelangt nicht als Kollagen ins Bindegewebe.
Was der Körper daraus macht, entscheidet er selbst – nach seinen eigenen Bauplänen. Ein zugeführtes Protein ist Baumaterial, kein Bauplan.
Ob und wie einzelne Peptidbruchstücke darüber hinaus eine Rolle spielen, ist Gegenstand von Untersuchungen. Eine zugelassene Angabe ist daraus nicht entstanden – und solange das so ist, gehört diese Einschränkung in jeden ehrlichen Text zum Thema.

Kollagenhydrolysat mit 200 mg Natriumhyaluronat, davon 180 mg Hyaluronsäure – beide Zahlen deklariert. Die zulässigen Aussagen tragen Vitamin C, Biotin, Zink und Selen, alle mit NRV ausgewiesen.
Hyaluron + Kollagen
Zum Produkt →Mehr Informationen zum Produktvergleich →
Was in Kollagenprodukten sonst noch steckt
Weil Kollagen selbst keine Aussage trägt, enthalten diese Produkte fast immer eine Reihe von Nährstoffen, die es tun. Ein Blick auf die Zuordnung lohnt:
- Vitamin C – normale Kollagenbildung für Haut, Knochen, Knorpel, Zahnfleisch, Zähne und Blutgefäße
- Zink – Erhaltung normaler Haut, Haare und Nägel
- Biotin – Erhaltung normaler Haut und Haare
- Selen – Erhaltung normaler Haare und Nägel
- Kupfer – Erhaltung von normalem Bindegewebe
Ohne zugelassene Angabe bleiben dagegen: Hyaluronsäure, Silizium und Kieselerde, MSM und Kollagen selbst.
Bei der Hyaluronsäure lohnt trotzdem der Blick auf die zweite Zahl: Natriumhyaluronat ist die übliche Rohstoffform, und daraus ergeben sich rund neunzig Prozent Hyaluronsäure. Ein Produkt, das beide Mengen nennt, ist vergleichbar.
Einnahme, Menge und Geduld
- Die Mengen sind groß. Kollagen wird in Grammmengen verwendet – in Kapselform braucht es entsprechend mehrere Stück, weshalb Pulver hier verbreitet ist.
- Zu einer Mahlzeit. Als Eiweiß ist das unproblematisch und wird gut vertragen.
- Über Monate denken. Bindegewebe erneuert sich langsam. Wer nach zwei Wochen etwas erwartet, erwartet zu viel.
- Allergene beachten. Kollagen aus Fisch ist als Allergen zu deklarieren.
Und der Punkt, der bei diesem Thema zur Ehrlichkeit gehört: Der größte Einflussfaktor auf die Hautalterung ist UV-Strahlung. Sonnenschutz wirkt an derselben Stelle wie jedes Beauty-Präparat – und kostet weniger.
Wichtig: Kollagen ist ein tierisches Protein – bei Fischkollagen ist Fisch als Allergen zu deklarieren. Bei Einnahme von Medikamenten und bei bestehenden Erkrankungen vor Gebrauch ärztlichen Rat einholen.
Häufige Fragen zu Kollagen
Gibt es zugelassene Wirkaussagen für Kollagen?
Nein. Die Aussage zur normalen Kollagenbildung gehört dem Vitamin C.
Was ist der Unterschied zwischen Typ I, II und III?
Typ I und III kommen vor allem in Haut, Sehnen und Knochen vor, Typ II im Knorpel. Die Quellen unterscheiden sich entsprechend.
Gibt es veganes Kollagen?
Nein. Kollagen ist ein tierisches Protein. Produkte mit dieser Bezeichnung enthalten Nährstoffe, die an der körpereigenen Bildung beteiligt sind.
Was bedeutet Hydrolysat?
Das Kollagen wurde enzymatisch in kleinere Bruchstücke gespalten und ist dadurch besser löslich.
Gelangt Kollagen als Kollagen in die Haut?
Nein. Es wird wie jedes Eiweiß in Aminosäuren und Peptide zerlegt.
Warum ist Vitamin C enthalten?
Weil es für die körpereigene Kollagenbildung gebraucht wird – und weil es die einzige zugelassene Angabe in diesem Feld trägt.
Wie lange dauert es?
Bindegewebe erneuert sich langsam. Monate sind der realistische Zeitraum, nicht Wochen.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden.