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Immunsystem: Welche zehn Nährstoffe eine zugelassene Angabe tragen

Das Immunsystem ist der Bereich mit den meisten zugelassenen Nährstoffangaben – zehn an der Zahl. Und zugleich der, in dem am häufigsten mit Pflanzen geworben wird, die keine einzige tragen. Dieser Beitrag trennt beides und zeigt, worauf es bei Vitamin C und Zink tatsächlich ankommt.

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Zehn Nährstoffe mit zugelassener Angabe

Der zugelassene Wortlaut ist einheitlich: „trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“. Er gilt für zehn Nährstoffe, jeweils ab 15 Prozent des Bezugswerts:

Nährstoff Bezugswert Angabe ab
Vitamin C 80 mg 12 mg
Vitamin D 5 µg 0,75 µg
Vitamin A 800 µg 120 µg
Vitamin B6 1,4 mg 0,21 mg
Vitamin B12 2,5 µg 0,375 µg
Folat 200 µg 30 µg
Zink 10 mg 1,5 mg
Selen 55 µg 8,25 µg
Eisen 14 mg 2,1 mg
Kupfer 1 mg 0,15 mg

Bemerkenswert ist, wie niedrig die Schwellen liegen. Bereits 12 mg Vitamin C genügen, damit die Angabe geführt werden darf – ein Fünfzehntel dessen, was in typischen Produkten steckt.

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Was keine Angabe trägt

Für die Pflanzen, mit denen Immunprodukte üblicherweise beworben werden, existiert keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe:

  • Holunderbeere
  • Echinacea (Sonnenhut)
  • Grapefruitkernextrakt
  • Quercetin und Bioflavonoide
  • Propolis
  • Astragalus, Cistus, Kapuzinerkresse
  • Bakterienkulturen

Sie dürfen in einem Produkt enthalten sein und mit Menge und Leitstoff deklariert werden. Beworben werden dürfen sie nicht.

Kurz gesagt: Steht auf einem Immunprodukt eine Wirkaussage, gehört sie zu einem der zehn Nährstoffe – nicht zur Pflanze auf der Vorderseite. Der Blick in die Nährwerttabelle zeigt, welcher es ist.

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Vitamin C – Ascorbinsäure oder gepuffert

Vitamin C ist chemisch Ascorbinsäure. In Präparaten begegnen einem zwei Varianten:

Form Eigenschaft
L-Ascorbinsäure die reine Säureform, günstig, sauer im Magen
Calciumascorbat (gepuffert) an Calcium gebunden, säureneutral, magenfreundlicher

Gepuffertes Vitamin C ist keine „bessere“ Form im Sinne der Verwertung, sondern eine verträglichere. Wer auf nüchternen Magen empfindlich reagiert, merkt den Unterschied.

Zwei Punkte zur Einordnung, die selten irgendwo stehen:

Die Aufnahme sättigt. Der prozentuale Anteil, der aufgenommen wird, sinkt mit steigender Einzeldosis. Zwei kleinere Gaben über den Tag sind deshalb sinnvoller als eine große – das ist der praktische Grund für die Verzehrempfehlung „2 Kapseln täglich“.

Bei gepufferten Formen wiegt der Partner mit. Calciumascorbat bringt Calcium mit. Bei hohen Vitamin-C-Mengen kommt so eine nennenswerte Calciummenge zustande, die in der Gesamtbilanz mitzählt – und die bei eingeschränkter Nierenfunktion relevant wird.

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GEPUFFERT – CALCIUMASCORBAT

1.000 mg Vitamin C als Calciumascorbat – säureneutral und damit magenfreundlicher als reine Ascorbinsäure. Zwei Zutaten insgesamt, auf zwei Kapseln verteilt. Nicht bei eingeschränkter Nierenfunktion.

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Zink – und die Zahl 25

Zink trägt gleich mehrere zugelassene Angaben, darunter die zum Immunsystem und die zum Zellschutz. Bei kaum einem anderen Nährstoff ist die Obergrenze allerdings so häufig ein Thema.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit nennt eine tolerierbare Gesamtaufnahme von 25 mg täglich aus allen Quellen. Zum Vergleich: Der Bezugswert liegt bei 10 mg.

Das bedeutet praktisch: Ein Produkt mit 25 mg Zink schöpft die Obergrenze bereits allein aus – vor der Ernährung und vor jedem weiteren Präparat. Wer daneben ein Multivitamin nimmt, liegt darüber.

Dazu kommt der Zusammenhang mit Kupfer: Beide nutzen dieselben Transportwege im Darm, und eine dauerhaft hohe Zinkzufuhr kann die Kupferaufnahme beeinträchtigen. Hochdosierte Zinkprodukte sind deshalb für eine begrenzte Anwendung gedacht, nicht für Monate.

Immun Komplex Kapseln von REVIGENA
VITAMIN C 375 % – ZINK 250 %

Die zugelassenen Angaben tragen Vitamin C und Zink. Bei den Pflanzen ist jeweils der Leitstoff ausgewiesen: 196 mg Quercetin, 135 mg Bioflavonoide, 60 mg Polyphenole. Enthält 25 mg Zink – keine weiteren zinkhaltigen Präparate daneben.

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Vitamin D – der saisonale Sonderfall

Vitamin D trägt ebenfalls die Immunsystem-Angabe, unterscheidet sich aber von allen anderen: Es wird überwiegend nicht über die Nahrung aufgenommen, sondern in der Haut unter Sonneneinstrahlung gebildet.

In unseren Breiten reicht der Sonnenstand im Winterhalbjahr dafür nicht aus. Das ist der Grund, warum Vitamin D der einzige Nährstoff dieser Liste ist, bei dem eine saisonale Betrachtung sinnvoll ist.

Bei fettlöslichen Vitaminen gilt zudem: Sie werden gespeichert. Der Blick auf die Gesamtaufnahme ist hier wichtiger als bei den wasserlöslichen B-Vitaminen.

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Was bei Immunprodukten zu beachten ist

  • Zink zusammenrechnen. Multivitamine, Immunprodukte und Einzelpräparate addieren sich auf die Obergrenze von 25 mg.
  • Vitamin C aufteilen. Zwei kleinere Gaben werden anteilig besser aufgenommen als eine große.
  • Bei Medikamenten: Grapefruiterzeugnisse können den Abbau bestimmter Arzneimittel beeinflussen. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte grapefruithaltige Präparate vorher ärztlich abklären.
  • Bei Nierenfunktionsstörungen: Hochdosiertes Vitamin C und calciumgepufferte Formen sind hier nicht geeignet.

Wichtig: Anhaltende oder ungewöhnlich häufige Infekte gehören ärztlich abgeklärt. Bei Einnahme von Medikamenten, insbesondere bei grapefruithaltigen Produkten, vor Gebrauch ärztlichen Rat einholen.

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Häufige Fragen

Welche Nährstoffe dürfen mit dem Immunsystem beworben werden?
Vitamin C, D, A, B6, B12, Folat, Zink, Selen, Eisen und Kupfer.

Hilft Holunder oder Echinacea?
Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe existiert für beide nicht.

Was bedeutet gepuffertes Vitamin C?
Es liegt als Salz vor, meist als Calciumascorbat, und ist dadurch säureneutral und magenfreundlicher.

Wie viel Zink pro Tag?
Der Bezugswert liegt bei 10 mg, die tolerierbare Gesamtaufnahme bei 25 mg aus allen Quellen.

Ist mehr Vitamin C besser?
Die anteilige Aufnahme sinkt mit steigender Einzeldosis. Aufteilen ist sinnvoller als steigern.

Warum steht Grapefruit auf dem Warnhinweis?
Grapefruiterzeugnisse können den Abbau bestimmter Medikamente beeinflussen. Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme gehört das ärztlich geklärt.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Bei Einnahme von Medikamenten vor Gebrauch ärztlichen Rat einholen.

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