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Magnesium: Warum 667 mg mehr sein können als 2.325 mg

Bei keinem anderen Nährstoff klaffen die Zahlen auf der Packung so weit auseinander wie bei Magnesium. Zwei Produkte können fast dieselbe Magnesiummenge liefern – und dabei 667 mg beziehungsweise 2.325 mg Verbindung enthalten. Wer das nicht weiß, vergleicht die falschen Zahlen.

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Die zugelassenen Angaben

Magnesium gehört zu den Nährstoffen mit den meisten geprüften Angaben – neun an der Zahl:

  • trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei
  • trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei
  • trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei
  • trägt zur normalen Funktion des Nervensystems bei
  • trägt zur normalen Muskelfunktion bei
  • trägt zur normalen Eiweißsynthese bei
  • trägt zur normalen psychischen Funktion bei
  • trägt zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne bei
  • hat eine Funktion bei der Zellteilung

Der Nährstoffbezugswert liegt bei 375 mg, die Schwelle für eine Angabe entsprechend bei 56 mg.

Nicht zugelassen sind dagegen Aussagen zu Wadenkrämpfen, Schlaf, Stress oder Regeneration – die drei am häufigsten beworbenen Anwendungen. Was zulässig ist, heißt „normale Muskelfunktion“ und „normale psychische Funktion“.

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Die zweite Zahl: der elementare Anteil

Magnesium kommt in Präparaten nie in reiner Form vor, sondern immer als Verbindung. Der Bindungspartner wiegt mit – und zwar sehr unterschiedlich stark:

Verbindung Elementarer Anteil Für 300 mg Magnesium nötig
Magnesiumoxid rund 60 % rund 500 mg
Magnesiumcitrat rund 16 % rund 1.875 mg
Magnesiummalat rund 15 % rund 2.000 mg
Magnesiumbisglycinat rund 13 % rund 2.325 mg

Die Spanne beträgt fast das Fünffache. Ein Produkt mit „2.325 mg Magnesiumglycinat“ wirkt auf der Vorderseite viermal so stark wie eines mit „500 mg Magnesiumoxid“ – beide liefern rund 300 mg Magnesium.

Kurz gesagt: Vergleiche niemals die Verbindungsmenge. Vergleichbar ist ausschließlich die Zeile „davon elementares Magnesium“ – und der Prozentsatz am Nährstoffbezugswert daneben.

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Welche Form wofür – und warum keine „die beste“ ist

Der hohe elementare Anteil des Oxids ist kein Nachteil und kein Vorteil, sondern eine Eigenschaft. Er bedeutet: weniger Kapseln für dieselbe Menge.

Organisch gebundene Formen bringen dagegen ihren Bindungspartner mit – Glycin, Citrat oder Malat sind selbst Stoffwechselbausteine. Dafür braucht es die vier- bis fünffache Rohstoffmenge, was größere oder mehr Kapseln bedeutet.

Praktisch entscheidet meist ein anderer Punkt: die Verträglichkeit. Magnesium kann abführend wirken – dieser Effekt ist der häufigste Grund, warum Präparate abgesetzt werden, und er fällt je nach Form und Einzelmenge unterschiedlich aus.

Zwei Regeln helfen mehr als jede Formdiskussion:

  • Aufteilen. Zwei oder drei kleinere Gaben über den Tag werden besser vertragen und anteilig besser aufgenommen als eine große.
  • Einschleichen. Mit einer geringeren Menge beginnen und steigern, statt sofort die volle Tagesdosis zu nehmen.
Magnesium Forte Kapseln von REVIGENA
667 MG OXID – DAVON 400 MG MAGNESIUM

Beide Zahlen deklariert. Magnesiumoxid mit rund 60 Prozent elementarem Anteil – deshalb genügt eine einzige Kapsel täglich für 400 mg. Zwei Zutaten insgesamt.

Magnesium Forte

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Magnesium Glycinat Kapseln von REVIGENA
2.325 MG GLYCINAT – DAVON 300 MG MAGNESIUM

Dieselbe Größenordnung Magnesium, aber die vierfache Rohstoffmenge – weil Bisglycinat nur rund 13 Prozent elementares Magnesium enthält. Auf drei Kapseln verteilt, zwei Zutaten.

Magnesium Glycinat

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Magnesium in Lebensmitteln

Magnesium ist in pflanzlichen Lebensmitteln weit verbreitet – es sitzt unter anderem im Blattgrün, weil es Bestandteil des Chlorophyllmoleküls ist.

Lebensmittel Magnesium (Richtwert je 100 g)
Kürbiskerne rund 500 mg
Sonnenblumenkerne, Mandeln rund 250–350 mg
Haferflocken rund 130 mg
Hülsenfrüchte, gekocht rund 40–60 mg
Spinat, Mangold rund 60 mg

Eine Handvoll Kürbiskerne deckt bereits einen erheblichen Teil des Bezugswerts. Mineralwasser trägt ebenfalls bei – magnesiumreiche Sorten liefern über 50 mg pro Liter, und diese Angabe steht auf dem Etikett.

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Einnahme, Kombination und Grenzen

  • Aufteilen statt häufen. Die Aufnahme im Darm ist begrenzt; kleinere Portionen werden anteilig besser verwertet.
  • Abstand zu Eisen und Calcium. Sie nutzen teilweise dieselben Transportwege – ein bis zwei Stunden Abstand sind sinnvoll.
  • Abstand zu bestimmten Medikamenten. Magnesium kann die Aufnahme mancher Arzneimittel beeinflussen, unter anderem bestimmter Antibiotika. Ärztlichen Rat einholen.
  • Bei Nierenerkrankungen: Die Ausscheidung erfolgt über die Nieren. Bei eingeschränkter Funktion gehört jede Ergänzung ärztlich abgeklärt.

Der Hinweis „Magnesium kann abführend wirken“ ist kein formaler Zusatz, sondern der praktisch relevanteste Satz auf der Packung. Er ist zugleich der Grund, warum bei zugesetztem Magnesium mit größerer Vorsicht dosiert wird als bei Magnesium aus Lebensmitteln.

Wichtig: Bei eingeschränkter Nierenfunktion und bei Einnahme von Medikamenten vor Gebrauch ärztlichen Rat einholen. Magnesium kann abführend wirken – wer empfindlich reagiert, beginnt mit einer geringeren Menge und teilt die Tagesdosis auf.

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Häufige Fragen

Welche Magnesiumform ist die beste?
Keine pauschal. Oxid liefert am meisten Magnesium je Milligramm, organische Formen bringen ihren Bindungspartner mit. Entscheidend sind elementarer Anteil und Verträglichkeit.

Wie viel Magnesium pro Tag?
Der Nährstoffbezugswert liegt bei 375 mg – einschließlich dessen, was aus Lebensmitteln und Mineralwasser kommt.

Warum steht auf der einen Packung 667 mg und auf der anderen 2.325 mg?
Weil unterschiedliche Verbindungen unterschiedlich viel elementares Magnesium enthalten – zwischen rund 13 und 60 Prozent.

Hilft Magnesium gegen Wadenkrämpfe?
Eine zugelassene Angabe dazu existiert nicht. Zulässig ist die Aussage zur normalen Muskelfunktion.

Warum wirkt Magnesium abführend?
Nicht aufgenommenes Magnesium bindet Wasser im Darm. Der Effekt hängt vor allem von der Einzelmenge ab – Aufteilen hilft.

Wann nehme ich Magnesium ein?
Verteilt über den Tag, mit Abstand zu Eisen- und Calciumpräparaten. Eine bevorzugte Tageszeit gibt es nicht.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Angaben zu elementaren Anteilen und Lebensmittelgehalten sind Richtwerte.

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