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Bestes Mittel zum Einschlafen: Melatonin, Baldrian oder Tryptophan?

Im Regal stehen sie nebeneinander, als wären sie austauschbar. Sie sind es nicht. Melatonin, Baldrian und Tryptophan setzen an völlig verschiedenen Stellen an – und welches passt, hängt davon ab, woran es hakt.

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Drei Ansätze im Überblick

Stoff Was er ist Passt bei
Melatonin ein Hormon verschobenem Rhythmus, Jetlag, Schichtarbeit
Baldrian eine Pflanzenwurzel innerer Unruhe, Anspannung
L-Tryptophan eine Aminosäure der Baustein, aus dem der Körper beides bildet

Der dritte Punkt ist der interessanteste. Tryptophan ist der Rohstoff. Der Körper baut daraus erst Serotonin, daraus dann Melatonin. Wer Tryptophan nimmt, liefert das Ausgangsmaterial statt des Endprodukts.

Kurz gesagt: Melatonin stellt die Uhr. Baldrian beruhigt. Tryptophan liefert den Baustein. Drei verschiedene Probleme, drei verschiedene Antworten.

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Melatonin – wenn die Uhr falsch steht

Melatonin ist das einzige der drei, für das es zugelassene gesundheitsbezogene Angaben gibt: zur Verkürzung der Einschlafzeit ab 1 mg und zur Linderung von Jetlag-Empfindungen ab 0,5 mg.

Es wirkt am zuverlässigsten dort, wo der Rhythmus tatsächlich verschoben ist – nach einer Fernreise, bei Schichtwechsel, bei Menschen, die von Natur aus spät müde werden.

Wo es nicht greift: bei Grübeln, bei Durchschlafproblemen, bei Anspannung. Da liegt die Ursache nicht in der inneren Uhr.

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Melatonin trägt dazu bei, die Einschlafzeit zu verkürzen. Teilbar, damit auch 0,5 mg möglich sind.

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Baldrian – die Wurzel mit dem strengen Geruch

Baldrian wird seit der Antike verwendet. Hippokrates erwähnte ihn, im Mittelalter war er fester Bestandteil der Klostermedizin.

Der Geruch der getrockneten Wurzel ist streng und wird oft mit altem Käse verglichen. Katzen finden ihn allerdings unwiderstehlich – dieselbe Reaktion wie bei Katzenminze.

Zwei Punkte unterscheiden Baldrian von den anderen beiden:

Er wirkt nicht sofort. Anders als eine Schlaftablette braucht Baldrian bei regelmäßiger Anwendung Zeit. Wer eine Kapsel nimmt und nach zwanzig Minuten nichts merkt, hat es falsch verstanden.

Und er macht nicht müde, sondern ruhiger. Das ist der Unterschied zwischen Beruhigung und Betäubung – und der Grund, warum viele ihn auch tagsüber nehmen.

Bei Baldrian lohnt der Blick aufs Etikett: Wurzelpulver oder Extrakt? Wurzelpulver entspricht der traditionellen Anwendung, Extrakte sind konzentriert und standardisiert.

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500 mg gemahlene Baldrianwurzel – die Form, die traditionell verwendet wurde. In Kapseln, sodass der Geruch keine Rolle spielt.

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L-Tryptophan – der Baustein am Anfang der Kette

Tryptophan ist eine essenzielle Aminosäure. Der Körper kann sie nicht selbst herstellen, sie muss über die Nahrung kommen.

Aus ihr entsteht Serotonin, und aus Serotonin wiederum Melatonin. Wer Tryptophan zuführt, liefert den Rohstoff für beide.

Dafür braucht es allerdings Hilfsstoffe: Vitamin B6, Magnesium und Zink sind an den Umbauschritten beteiligt. Fehlt einer davon, stockt die Kette.

Ein Detail, das viele überrascht: Tryptophan konkurriert mit anderen Aminosäuren um denselben Transportweg ins Gehirn. Eine eiweißreiche Mahlzeit verschlechtert also die Aufnahme – entgegen der verbreiteten Empfehlung, abends Milch mit Honig zu trinken.

Besser: mit etwas Abstand zu proteinreichen Mahlzeiten, dafür gern zusammen mit einer kleinen Menge Kohlenhydrate.

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500 mg L-Tryptophan je Kapsel – die essenzielle Aminosäure am Anfang der Kette. Zwei Zutaten, mehr nicht.

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Was vor jedem Präparat kommt

Bei kaum einem Thema ist der Abstand zwischen Alltag und Dose so groß wie beim Schlaf. Fünf Punkte wirken zuverlässiger als alles, was man einnehmen kann:

  • Feste Aufstehzeit, auch am Wochenende. Sie stellt den Rhythmus stärker als die Zubettgehzeit.
  • Kein Koffein nach dem Mittag. Es wirkt viele Stunden nach, auch wenn man es nicht spürt.
  • Kühles Schlafzimmer. Der Körper senkt zum Einschlafen seine Temperatur – ein warmes Zimmer arbeitet dagegen.
  • Morgens Licht. Zwanzig Minuten draußen stellen die Uhr zuverlässiger als jede Abendroutine.
  • Kein Alkohol als Einschlafhilfe. Er erleichtert das Einschlafen und zerstört die zweite Nachthälfte.

Der letzte Punkt ist der wirksamste – und der unbeliebteste.

Teil 2: Zeitpunkt, Menge, Gewöhnung →

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Häufige Fragen

Was ist das beste Mittel zum Einschlafen?
Das hängt vom Problem ab. Melatonin bei verschobenem Rhythmus, Baldrian bei innerer Unruhe, Tryptophan als Baustein.

Kann ich mehrere kombinieren?
Melatonin und Tryptophan greifen an derselben Kette an – das doppelt sich teilweise. Bei Kombinationen ärztlichen Rat einholen.

Warum riecht Baldrian so streng?
Das gehört zur Wurzel. Katzen finden denselben Geruch übrigens anziehend.

Wirkt Baldrian sofort?
Nein. Er braucht bei regelmäßiger Anwendung Zeit.

Warum soll ich Tryptophan nicht zum Eiweiß nehmen?
Es konkurriert mit anderen Aminosäuren um den Transport ins Gehirn.

Was hilft ohne Präparat?
Feste Aufstehzeit, morgens Licht, kein Koffein nach dem Mittag, kühles Zimmer, kein Alkohol am Abend.

Wichtig: Alle drei sind nicht geeignet in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder und Jugendliche. Bei Melatonin und Tryptophan gehört die Anwendung bei Medikamenteneinnahme vorher ärztlich abgeklärt – insbesondere bei Antidepressiva, Blutverdünnern und Beruhigungsmitteln. Nach der Einnahme von Melatonin kein Fahrzeug führen. Schlafstörungen, die länger als einige Wochen anhalten, gehören ärztlich untersucht; dahinter können behandelbare Ursachen stehen.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.

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