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Bester Weihrauch: Warum die Extraktmenge nichts sagt

Auf den meisten Weihrauchdosen steht eine Milligrammzahl und darunter nichts. Das ist die eine Hälfte der Information – und die unwichtigere. Ein Produkt mit 800 mg Extrakt kann weniger vom eigentlichen Inhaltsstoff enthalten als eines mit 400 mg. Woran das liegt und wie man es erkennt.

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Die zweite Zahl, die fehlt

Weihrauch ist das getrocknete Harz des Weihrauchbaums. Die charakteristischen Inhaltsstoffe dieses Harzes heißen Boswelliasäuren – Triterpensäuren, die zugleich für den bitteren Geschmack verantwortlich sind.

Der Gehalt daran ist das einzige belastbare Vergleichsmaß zwischen zwei Produkten. Und genau er fehlt auf vielen Packungen.

Die Spanne ist erheblich: Handelsübliche Extrakte liegen zwischen etwa 20 und 65 Prozent Boswelliasäuren. Beide Enden dieser Spanne dürfen sich Weihrauch-Extrakt nennen.

Damit wird die Rechnung anschaulich:

  • 800 mg Extrakt mit 20 Prozent ergeben 160 mg Boswelliasäuren
  • 400 mg Extrakt mit 65 Prozent ergeben 260 mg

Die kleinere Zahl auf der Vorderseite liefert also mehr. Wer nur die Extraktmenge vergleicht, vergleicht das Falsche.

Kurz gesagt: Eine Angabe ohne die zweite Zeile ist keine Angabe. Steht dort nur die Extraktmenge, lässt sich der Gehalt nicht einschätzen.

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Extrakt oder gemahlenes Harz

Noch vor der Prozentfrage steht eine andere: Ist überhaupt ein Extrakt in der Kapsel?

Das rohe Harz enthält je nach Herkunft und Baum etwa 20 bis 30 Prozent Boswelliasäuren. Ein Extrakt konzentriert sie – gemahlenes Rohharz tut das nicht.

Beide finden sich im Handel, und beide stehen unter der Bezeichnung Weihrauch in den Regalen. Gemahlenes Harz ist deutlich günstiger in der Herstellung, weil der Extraktionsschritt entfällt.

In der Zutatenliste ist der Unterschied sichtbar: Dort steht entweder „Weihrauch-Extrakt" oder schlicht „Weihrauch" beziehungsweise „Weihrauchharz, gemahlen".

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Warum Wasser hier nicht funktioniert

Wie ein Extrakt gewonnen wird, entscheidet mit über seinen Gehalt – und der Grund liegt in einer Eigenschaft der Boswelliasäuren.

Sie sind fettlöslich und lassen sich mit Wasser praktisch nicht herauslösen. Ein wässriger Auszug ergibt deshalb einen schwachen Extrakt, der zwar Weihrauch heißt, aber wenig vom Leitstoff enthält.

Der zweite Weg arbeitet mit organischen Lösungsmitteln, die das Harz vollständig aufschließen. Er ist aufwendiger, weil das Lösungsmittel anschließend rückstandsfrei entfernt werden muss – dafür kommt ein Extrakt heraus, bei dem die Zahl auf der Packung etwas bedeutet.

Dieselbe Fettlöslichkeit hat übrigens eine praktische Folge für die Einnahme, auf die wir weiter unten zurückkommen.

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Welcher Baum überhaupt

Weihrauch ist kein einzelner Baum, sondern eine Gattung mit mehreren Arten – und sie werden für verschiedene Zwecke genutzt.

Boswellia sacra aus Oman und dem Jemen liefert das Räucherharz, das seit Jahrtausenden in Tempeln und Kirchen verbrannt wird. Berühmt für seinen Duft.

Boswellia serrata, der Indische Weihrauch, enthält deutlich mehr Boswelliasäuren und riecht dafür weniger eindrucksvoll. Das ist die Art, die für Nahrungsergänzung verwendet wird.

Daneben gibt es weitere Arten mit jeweils eigenem Säureprofil. Steht auf dem Etikett nur „Weihrauch", bleibt offen, welche im Glas ist – und damit auch, wie viel Leitstoff überhaupt zu erwarten wäre.

Die botanische Artangabe gehört deshalb genauso auf die Packung wie der Prozentwert.

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Was auf der Packung stehen sollte

Vier Angaben machen ein Weihrauchprodukt vergleichbar. Fehlt eine davon, bleibt eine Lücke:

1. Extrakt oder Rohharz?
In der Zutatenliste steht entweder „Weihrauch-Extrakt" oder nur „Weihrauch".

2. Welche Art?
Boswellia serrata mit botanischem Namen. Fehlt sie, ist die Herkunft offen.

3. Wie viel Boswelliasäuren?
Die zweite Zeile unter der Extraktmenge – als Milligrammangabe oder als Prozentwert.

4. Was steht sonst noch drin?
Harzextrakte laden sich beim Abfüllen statisch auf; Siliciumdioxid und Magnesiumstearat sind deshalb verbreitet. Nötig sind sie nicht, wenn der Extrakt die Kapsel ohnehin füllt.

Weihrauch Extrakt Kapseln aus Boswellia serrata von REVIGENA
BEIDE ZAHLEN AUSGEWIESEN

400 mg Extrakt aus Boswellia serrata, davon 260 mg Boswelliasäuren – das sind 65 Prozent. Zwei Zutaten, ohne Füllstoffe und Trennmittel, vegan.

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Was wir über Weihrauch nicht schreiben

Hier muss ein Abschnitt stehen, den man auf den meisten Weihrauchseiten nicht findet.

Für Weihrauch und für Boswelliasäuren ist in der EU keine einzige gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. Nicht eine.

Das heißt: Kein Anbieter darf schreiben, was Weihrauch im Körper tut – unabhängig davon, was in Untersuchungen betrachtet wurde und unabhängig von der jahrhundertelangen Anwendung in der ayurvedischen Tradition.

Anders als bei Vitaminen und Mineralstoffen gibt es auch keinen Umweg über einen zugesetzten Nährstoff, solange keiner enthalten ist. In der NRV-Spalte steht deshalb korrekterweise ein Sternchen mit dem Hinweis, dass kein Bezugswert bekannt ist.

Das ist ein brauchbares Prüfkriterium beim Vergleich: Wo eine Weihrauchseite Aussagen zu Beschwerden, Gelenken oder Entzündungen trifft, ist das nicht zulässig. Und wer die Grenze bei den Angaben nicht einhält, nimmt es erfahrungsgemäß auch bei der Deklaration nicht genau.

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Die Einnahme entscheidet mit

Zurück zur Fettlöslichkeit – sie hat eine unmittelbare Folge für die Anwendung.

Auf nüchternen Magen werden Boswelliasäuren deutlich schlechter aufgenommen. Das ist bei diesem Rohstoff der größte Hebel und kostet nichts: ein Löffel Joghurt, ein Stück Käse, eine Handvoll Nüsse. Es braucht keine fettreiche Mahlzeit, nur überhaupt Fett.

In der ayurvedischen Tradition wurde das Harz in Ghee eingerührt – was zu dem passt, was man heute über die Löslichkeit weiß.

Zweiter Punkt: In Wochen denken, nicht in Tagen. Fettlösliche Pflanzenstoffe verteilen sich zunächst in die fetthaltigen Gewebe des Körpers. Dieser Vorgang braucht Zeit – wer nach zwei Wochen bilanziert, bilanziert zu früh.

Kurkuma, Weihrauch und MSM – worauf es bei Extrakten ankommt →

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Wo das Harz herkommt

Weihrauchbäume wachsen dort, wo sonst kaum etwas gedeiht: auf trockenen Kalksteinhängen, oft direkt aus Felsspalten heraus. Manche Arten bilden eine verbreiterte Basis aus, mit der sie sich am Gestein festhalten.

Zur Ernte wird die Rinde angeritzt. Ein milchiger Saft tritt aus und härtet an der Luft zu Tropfen, die nach zwei bis drei Wochen von Hand abgesammelt werden – im Handel heißen sie Tränen.

Für den Baum ist das eine Verletzung. Das Harz erfüllt dieselbe Aufgabe wie bei Nadelbäumen: Es verschließt Wunden und schützt vor Insekten und Pilzen. Was geerntet wird, ist eine Wundreaktion.

Zu häufiges Anritzen schwächt den Baum, und ein Baum liefert ohnehin nur wenige Kilogramm im Jahr. In mehreren Anbauregionen sind die Bestände rückläufig – ein Grund, warum die Herkunft zunehmend Beachtung findet.

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Häufige Fragen

Was sind Boswelliasäuren?
Die charakteristischen Triterpensäuren des Weihrauchharzes – und das einzige belastbare Vergleichsmaß zwischen zwei Produkten.

Warum reicht die Extraktmenge nicht?
Weil der Gehalt zwischen etwa 20 und 65 Prozent schwankt. 800 mg mit 20 Prozent liefern weniger als 400 mg mit 65 Prozent.

Welche Weihrauchart ist die richtige?
Für Nahrungsergänzung Boswellia serrata. Boswellia sacra ist das berühmtere Räucherharz, enthält aber weniger Boswelliasäuren.

Was ist der Unterschied zwischen Extrakt und Rohharz?
Der Extrakt konzentriert die Boswelliasäuren, gemahlenes Harz nicht. Rohharz liegt bei etwa 20 bis 30 Prozent.

Warum zu einer Mahlzeit einnehmen?
Boswelliasäuren sind fettlöslich und werden nüchtern schlechter aufgenommen.

Warum steht kein Prozentwert in der NRV-Spalte?
Weil für Weihrauch kein Nährstoffbezugswert festgelegt ist. Ein Sternchen ist dort korrekt.

Was darf ein Hersteller über Weihrauch sagen?
Nichts zur Wirkung. In der EU ist für Weihrauch keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen.

Wie lange dauert es, bis sich ein Spiegel aufbaut?
Wochen. Fettlösliche Pflanzenstoffe verteilen sich zunächst in fetthaltige Gewebe.

Wichtig: Boswelliasäuren können Enzyme beeinflussen, über die der Körper Arzneimittel abbaut – bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten gehört die Anwendung deshalb vorher ärztlich abgeklärt. Nicht geeignet für Kinder, Schwangere und Stillende. Anhaltende Beschwerden gehören ärztlich untersucht und nicht mit Nahrungsergänzung behandelt. Die angegebene empfohlene Verzehrmenge nicht überschreiten.

Für Weihrauch und Boswelliasäuren sind nach EU-Recht keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.

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