Astaxanthin ist der Farbstoff, der Lachs, Garnelen und Flamingos ihre Farbe gibt. In Nahrungsergänzungsmitteln stammt er aus einer Alge – oder eben nicht. Die Herkunftsfrage ist hier die wichtigste überhaupt, denn der weitaus größte Teil des weltweit produzierten Astaxanthins ist synthetisch.
Was Astaxanthin ist
Astaxanthin gehört zu den Carotinoiden – derselben großen Stoffgruppe wie Beta-Carotin, Lutein und Lycopin. Es ist tiefrot und fettlöslich.
Innerhalb der Carotinoide gehört es zur Untergruppe der Xanthophylle: Sie enthalten zusätzlich Sauerstoff im Molekül, was sie von den reinen Kohlenwasserstoff-Carotinoiden wie Beta-Carotin unterscheidet. Ein praktischer Unterschied daraus: Astaxanthin wird im Körper nicht in Vitamin A umgewandelt. Beta-Carotin kann das, Astaxanthin nicht.
Gebildet wird es von der Grünalge Haematococcus pluvialis. Diese Alge produziert den Farbstoff unter Stressbedingungen – bei starker Sonneneinstrahlung oder Nährstoffmangel färbt sich die zuvor grüne Kultur tiefrot. Genau dieser Zustand wird in der Produktion gezielt herbeigeführt.
Über die Nahrungskette gelangt Astaxanthin in Krebstiere und Fische – daher die Farbe von Wildlachs, Garnelen und Flamingos, die sich von astaxanthinhaltigen Organismen ernähren.
Keine zugelassene Angabe
Für Astaxanthin ist in der Europäischen Union keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen – weder zu Zellschutz, Haut, Augen, Gelenken noch zu Ausdauer.
Die Zellschutz-Angabe tragen ausschließlich sieben Nährstoffe: Vitamin C, Vitamin E, Selen, Zink, Kupfer, Mangan und Riboflavin. Astaxanthin gehört nicht dazu, obwohl es fast ausschließlich als Antioxidans vermarktet wird.
Steht auf einem Astaxanthinprodukt eine Zellschutz-Aussage, gehört sie deshalb zu einem zugesetzten Nährstoff. In öligen Zubereitungen ist das häufig Vitamin E – das dort ohnehin als Antioxidationsmittel eingesetzt wird, um das Öl vor dem Ranzigwerden zu schützen. Es zählt allerdings nur dann als Nährstoff, wenn es mit Menge und Prozentsatz in der Nährwerttabelle steht und nicht nur in der Zutatenliste.
Kurz gesagt: Astaxanthin darf beschrieben, aber nicht beworben werden. Herkunft, Menge und Form sind die einzigen Angaben, an denen sich Produkte sachlich vergleichen lassen.
Natürlich oder synthetisch – die entscheidende Frage
Astaxanthin lässt sich auch chemisch herstellen, und das geschieht in großem Maßstab. Der weitaus größte Teil des weltweit produzierten Astaxanthins geht in die Aquakultur, wo es Zuchtlachs und Forellen ihre Farbe gibt – die sie ohne diesen Zusatz nicht hätten, weil ihnen die natürliche Nahrungsquelle fehlt.
| Herkunft | Hauptverwendung | Erkennbar an |
|---|---|---|
| Alge (Haematococcus pluvialis) | Nahrungsergänzung | botanischer Name auf dem Etikett |
| Hefe (Phaffia) | Futtermittel | selten deklariert |
| Synthetisch | Aquakultur | keine Quellenangabe |
Für Nahrungsergänzungsmittel ist die Algenherkunft der Standard. Wer sie mit botanischem Namen nennt, macht sein Produkt überprüfbar – wer nur „Astaxanthin“ schreibt, lässt die Frage offen.
Die zweite Zahl: Astaxanthin oder Oleoresin
Hier wiederholt sich das Muster, das bei allen Extrakten gilt – nur mit anderen Begriffen.
Der Rohstoff aus der Alge wird als Oleoresin gewonnen, einem öligen Extrakt. Dieses Oleoresin enthält typischerweise einen bestimmten Prozentsatz Astaxanthin, häufig im Bereich von fünf bis zwanzig Prozent.
| Angabe auf der Packung | Bedeutung |
|---|---|
| „100 mg Algenextrakt“ | Rohstoffmenge – nicht bewertbar |
| „davon 4 mg Astaxanthin“ | die eigentliche Vergleichsgröße |
Übliche Mengen in Präparaten liegen bei 4 bis 12 mg Astaxanthin pro Tagesdosis. Eine Packung, die nur die Extraktmenge nennt, lässt sich damit nicht einordnen.
Ein zweiter, feinerer Punkt: In der Alge liegt Astaxanthin überwiegend an Fettsäuren gebunden vor, also als Ester. Diese Bindung wird im Verdauungstrakt gelöst. Bei der Mengenangabe ist deshalb entscheidend, ob sie sich auf das Gesamtgewicht der Ester oder auf das freie Astaxanthin bezieht – gute Hersteller machen das transparent.

Astaxanthin aus der Alge in extra nativem Olivenöl – der fettlösliche Stoff bringt seinen Träger gleich mit. Das Vitamin E ist mit 41 Prozent NRV als Nährstoff deklariert und trägt damit die Zellschutz-Angabe. Enthält Gelatine vom Rind.
Astaxanthin 4 mg
Zum Produkt →Mehr Informationen zum Produktvergleich →
Der Träger und die Kapselhülle
Astaxanthin ist fettlöslich. Daraus ergeben sich zwei Punkte, die auf der Packung ablesbar sind.
Der Träger. Zubereitungen in Öl bringen das Fett bereits mit – Olivenöl, Sonnenblumenöl oder MCT-Öl sind üblich. Trockene Formen in Pulverkapseln gehören zu einer Mahlzeit mit etwas Fett eingenommen, sonst wird nur ein Teil aufgenommen.
Die Kapselhülle. Ein Punkt, der bei öligen Zubereitungen häufig übersehen wird: Softgelkapseln bestehen überwiegend aus Gelatine, meist vom Rind. Wer vegan oder vegetarisch lebt, findet diesen Hinweis oft nur im Kleingedruckten der Zutatenliste. Pflanzliche Alternativen auf Stärkebasis existieren, sind aber deutlich seltener und teurer.
Zur Lagerung: Carotinoide sind lichtempfindlich. Dunkel, kühl und fest verschlossen aufbewahren – bei einem tiefrot gefärbten Stoff ist eine Farbveränderung im Zweifel ein Hinweis.
Einnahme und Vorsicht
- Zu einer Mahlzeit, sofern nicht bereits in Öl gelöst.
- Regelmäßig statt gelegentlich. Carotinoide reichern sich langsam an; eine punktuelle Einnahme entspricht nicht der üblichen Anwendung.
- Nicht überdosieren. Die angegebene Verzehrmenge gilt – mehr bringt bei fettlöslichen Stoffen nicht automatisch mehr.
Nicht vorgesehen sind Astaxanthinpräparate in aller Regel für Kinder, Schwangere und Stillende. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte die Anwendung vorher ärztlich abklären.
Wichtig: Bei Einnahme von Medikamenten vor Gebrauch ärztlichen Rat einholen. Produkte mit Gelatine vom Rind sind weder für Veganer noch für Vegetarier geeignet – der Hinweis steht in der Zutatenliste, nicht auf der Vorderseite.
Häufige Fragen zu Astaxanthin
Woher stammt Astaxanthin?
Für Nahrungsergänzungsmittel aus der Grünalge Haematococcus pluvialis. Synthetisches Astaxanthin geht überwiegend in die Aquakultur.
Wird Astaxanthin zu Vitamin A umgewandelt?
Nein. Es gehört zu den Xanthophyllen und hat anders als Beta-Carotin keine Provitamin-A-Aktivität.
Gibt es zugelassene Wirkaussagen?
Nein. Die Zellschutz-Angabe tragen nur Vitamin C, Vitamin E, Selen, Zink, Kupfer, Mangan und Riboflavin.
Wie viel Astaxanthin pro Tag?
Übliche Mengen in Präparaten liegen bei 4 bis 12 mg. Entscheidend ist die Astaxanthinmenge, nicht die des Algenextrakts.
Ist Astaxanthin vegan?
Der Rohstoff stammt aus einer Alge. Entscheidend ist die Kapselhülle – Softgelkapseln enthalten meist Gelatine vom Rind.
Warum ist Zuchtlachs rosa?
Weil dem Futter Astaxanthin zugesetzt wird, meist synthetisches. Wildlachs nimmt es über seine natürliche Nahrung auf.
Wann nimmt man es ein?
Zu einer Mahlzeit mit etwas Fett, sofern es nicht bereits in Öl gelöst ist.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Bei Einnahme von Medikamenten vor Gebrauch ärztlichen Rat einholen.