Bei Maca entscheiden zwei Angaben, die auf vielen Packungen fehlen: die Farbe der Wurzel und ob das Pulver gelatiniert wurde. Beide sagen mehr aus als die Milligrammzahl auf der Vorderseite.
Was Maca ist
Maca (Lepidium meyenii) ist ein Kreuzblütler – botanisch also mit Kohl, Senf und Kresse verwandt, nicht mit Ginseng, als der es gelegentlich vermarktet wird.
Angebaut wird die Pflanze in den Hochlagen der peruanischen Anden, in Höhen von rund 4.000 Metern. Dort herrschen starke Temperaturschwankungen, intensive Sonneneinstrahlung und nährstoffarme Böden – Bedingungen, unter denen kaum eine andere Nutzpflanze gedeiht.
Verwendet wird die knollenartig verdickte Wurzel, die nach der Ernte getrocknet und gemahlen wird. In der andinen Küche ist sie ein Grundnahrungsmittel und wird gekocht, geröstet oder zu Brei verarbeitet – nicht als Pulver in Kapseln.
Gelb, rot oder schwarz
Maca kommt in verschiedenen Farbvarianten vor, die sich in ihrer Häufigkeit deutlich unterscheiden:
| Farbe | Anteil an der Ernte | Preis |
|---|---|---|
| Gelb | der weitaus größte Teil | niedrig |
| Rot | deutlich seltener | höher |
| Schwarz | die kleinste Fraktion | am höchsten |
Die Farben wachsen gemischt auf demselben Feld und werden nach der Ernte von Hand sortiert. Genau daraus ergibt sich der Preisunterschied: Ein sortenreines schwarzes Macapulver erfordert, dass die kleinste Fraktion aus der Gesamternte herausgelesen wird.
Ein Produkt, das nur „Maca“ auf dem Etikett trägt, ist üblicherweise gelbes Maca oder eine Mischung. Wer eine Farbe ausweist, macht eine überprüfbare Angabe – und begründet damit auch den Preis.
So liest du das Etikett: Steht dort eine Farbe? Und steht dort, ob das Pulver gelatiniert wurde? Diese beiden Angaben unterscheiden Macaprodukte stärker als jede Milligrammzahl.
Roh oder gelatiniert
Der Begriff gelatiniert hat mit Gelatine nichts zu tun – ein Missverständnis, das bei veganer Ernährung regelmäßig für Verunsicherung sorgt.
Gemeint ist ein Verfahren, bei dem die Wurzel unter Wärme behandelt wird, um die enthaltene Stärke aufzuschließen. Das Ergebnis ist ein Pulver, das leichter verdaulich ist – rohe Macawurzel enthält viel Stärke, die manchen Menschen Blähungen bereitet.
In den Anden wird Maca traditionell ohnehin nicht roh verzehrt, sondern gekocht oder geröstet. Gelatiniertes Pulver kommt dieser traditionellen Zubereitung näher als das rohe.
Beides ist legitim. Entscheidend ist, dass auf der Packung steht, was man kauft – und wer empfindlich auf Stärke reagiert, weiß dann, worauf er achten muss.
Keine zugelassene Angabe – und was stattdessen trägt
Für Maca ist in der Europäischen Union keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen – weder zu Energie, Leistungsfähigkeit, Hormonhaushalt noch zu Libido.
Deshalb findet sich in vielen Macaprodukten ein Zusatz, der auf den ersten Blick überflüssig wirkt: eine kleine Menge Vitamin C, meist aus Acerola, und häufig zusätzlich Zink.
Der Grund ist derselbe wie bei MSM mit Acerola: Ab 15 Prozent des Nährstoffbezugswerts dürfen die Angaben des jeweiligen Nährstoffs geführt werden. Bei Vitamin C sind das 12 mg, bei Zink 1,5 mg.
Zink trägt dabei zwei Angaben, die im Umfeld dieser Produktgruppe relevant sind – zur Erhaltung eines normalen Testosteronspiegels im Blut und zu einer normalen Fruchtbarkeit und Reproduktion. Diese Aussagen gehören dem Zink, nicht der Macawurzel.

Die Farbe ist ausgewiesen: schwarzes Macawurzelpulver, die kleinste Fraktion der Ernte. Die zugelassenen Angaben tragen Zink mit 4 mg und Vitamin C aus Acerola mit exakt 12 mg. Vier Kapseln täglich, hergestellt in Deutschland.
Maca Schwarz
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Pulver oder Extrakt
Maca wird überwiegend als Wurzelpulver angeboten, nicht als Extrakt. Das hat einen sachlichen Grund: In den Anden ist Maca ein Lebensmittel, das in Grammmengen verzehrt wird – nicht ein Konzentrat.
Daraus folgt eine Größenordnung, die man kennen sollte: Übliche Tagesmengen bewegen sich im Grammbereich. Bei 3.000 mg braucht es entsprechend mehrere Kapseln – ein Produkt mit einer Kapsel à 500 mg täglich liefert ein Sechstel davon.
Es gibt auch Extrakte mit Verhältnisangaben wie 4:1 oder 10:1. Sie sind konzentrierter, entfernen sich aber weiter von der traditionellen Verwendung. Vergleichbar sind Pulver und Extrakt nur über das Wurzeläquivalent.
Einnahme und Vorsicht
- Auf mehrere Gaben verteilen. Bei Tagesmengen im Grammbereich ist das der übliche Weg – etwa zweimal zwei Kapseln.
- Eher morgens und mittags. Eine Überlieferung aus der Anwendungspraxis, keine belegte Regel.
- Zu einer Mahlzeit, besonders bei rohem Pulver und empfindlichem Magen.
- Über Wochen denken. Maca wird traditionell als Nahrungsmittel über lange Zeiträume verzehrt, nicht tageweise.
Zur Verträglichkeit: Als Kreuzblütler enthält Maca Glucosinolate. In größeren Mengen können diese die Jodaufnahme in der Schilddrüse beeinflussen – wer eine Schilddrüsenerkrankung hat, sollte die Anwendung deshalb ärztlich abklären.
Wichtig: Bei Schilddrüsenerkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Einnahme von Medikamenten vor Gebrauch ärztlichen Rat einholen. Wer daneben weitere zinkhaltige Präparate nimmt, sollte die Mengen zusammenrechnen – die Obergrenze liegt bei 25 mg täglich.
Häufige Fragen zu Maca
Was ist der Unterschied zwischen gelbem, rotem und schwarzem Maca?
Es sind Farbvarianten derselben Pflanze, die gemischt wachsen und von Hand sortiert werden. Schwarz ist die kleinste Fraktion und entsprechend teurer.
Was bedeutet gelatiniert?
Ein Wärmeverfahren, das die Stärke aufschließt und das Pulver leichter verdaulich macht. Mit Gelatine hat es nichts zu tun – gelatiniertes Maca ist vegan.
Ist Maca mit Ginseng verwandt?
Nein. Maca ist ein Kreuzblütler, verwandt mit Kohl und Kresse.
Gibt es zugelassene Wirkaussagen für Maca?
Nein. Aussagen auf Macaprodukten gehören zugesetzten Nährstoffen wie Zink oder Vitamin C.
Wie viel Maca pro Tag?
Übliche Mengen liegen im Grammbereich. Maßgeblich ist die Verzehrempfehlung auf der Packung.
Pulver oder Extrakt?
Pulver entspricht der traditionellen Verwendung, Extrakt ist konzentrierter. Vergleichbar sind beide nur über das Wurzeläquivalent.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Bei bestehenden Erkrankungen vor Gebrauch ärztlichen Rat einholen.