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Hericium: Der Pilz, der aussieht wie eine Löwenmähne

Er wächst an altem Laubholz, sieht aus wie ein weißer Wasserfall aus Stacheln und schmeckt gegart nach Hummer. Hericium ist einer der wenigen Pilze, die man sofort wiedererkennt.

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Ein Pilz mit vielen Namen

Botanisch heißt er Hericium erinaceus. Beide Teile des Namens beschreiben dasselbe: Hericium leitet sich vom lateinischen Wort für Igel ab, erinaceus bedeutet ebenfalls Igel.

Im Deutschen heißt er Igelstachelbart oder Affenkopfpilz. Im Englischen Lion's Mane – Löwenmähne. In Japan Yamabushitake, nach den Yamabushi, den Bergmönchen, deren Gewand ähnlich gemusterte Troddeln trug.

Die Vielfalt der Namen sagt etwas über das Aussehen: Er hat keinen Hut und keine Lamellen, sondern hängende Stacheln, an denen die Sporen sitzen.

Kurz gesagt: Igel, Löwe, Affenkopf, Bergmönch – vier Kulturen, vier Bilder für denselben Pilz.

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In Deutschland steht er unter Schutz

Ein Punkt, der viele überrascht: Der Igelstachelbart ist in Deutschland besonders geschützt. Er darf in der Natur nicht gesammelt werden.

Der Grund liegt in seiner Lebensweise. Er wächst an alten, geschwächten oder toten Laubbäumen – vor allem an Buche und Eiche. Solche Bäume sind in bewirtschafteten Wäldern selten geworden.

Wer ihn im Wald findet, darf ihn also ansehen und fotografieren, aber nicht mitnehmen. Was im Handel ist, stammt aus Kulturen – dort lässt er sich auf Substrat gut züchten.

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Ein Speisepilz, kein Exot

In der asiatischen Küche wird Hericium seit Langem gegessen. Sein Fleisch ist faserig und weiß, die Konsistenz erinnert an Geflügel oder Meeresfrüchte.

In der veganen Küche wird er deshalb als Fleischersatz verwendet – gebraten und gewürzt kommt er Krebsfleisch erstaunlich nahe.

Der Geschmack ist mild und leicht süßlich. Anders als bei Reishi, der ausgesprochen bitter ist, muss man sich an Hericium nicht gewöhnen.

Das erklärt auch, warum er als einziger der bekannten Vitalpilze gleichzeitig ein verbreiteter Speisepilz ist. Reishi und Chaga isst niemand – sie sind holzig und bitter.

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Was in ihm steckt

Die untersuchten Inhaltsstoffe tragen Namen, die sich vom Pilz ableiten: Hericenone aus dem Fruchtkörper und Erinacine aus dem Myzel.

Dazu kommen Beta-Glucane – langkettige Zuckerverbindungen, die in der Zellwand von Pilzen vorkommen. Sie sind der Grund, warum bei Vitalpilzen der Polysaccharidgehalt angegeben wird.

Wie bei allen Pilzen gilt: Die Zellwand aus Chitin ist für den Menschen schwer aufzuschließen. Roh gegessen bringt ein Pilz wenig – erst Hitze oder eine Extraktion machen die Inhaltsstoffe zugänglich.

Das ist der eigentliche Grund für Extrakte. Nicht Konzentration um ihrer selbst willen, sondern der Aufschluss der Zellwand.

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Was wir nicht schreiben

Für Hericium gibt es in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben. Das gilt für alle Vitalpilze.

Im Netz finden sich Aussagen zu Nerven, Gedächtnis und Konzentration. Diese Angaben sind für Nahrungsergänzungsmittel in der EU nicht erlaubt.

Was sich sagen lässt, ist die Herkunft: Hericium wird in der traditionellen chinesischen Medizin seit Jahrhunderten verwendet und gilt dort als Pilz für Magen und Verdauung – nicht für den Kopf. Die heutige Zuordnung ist deutlich jünger.

Produkte, die Hericium mit B-Vitaminen kombinieren, können dagegen Angaben machen – aber nur die zu den Vitaminen. Vitamin B12 und B6 tragen zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Diese Sätze beziehen sich auf die Vitamine, nicht auf den Pilz.

Teil 2: Hericium, Reishi und Cordyceps im Vergleich →

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Häufige Fragen

Warum heißt er Löwenmähne?
Wegen der hängenden weißen Stacheln. Im Deutschen heißt er Igelstachelbart, in Japan Yamabushitake.

Darf ich ihn im Wald sammeln?
Nein. In Deutschland ist er besonders geschützt.

Kann man ihn essen?
Ja, er ist ein Speisepilz. Gegart erinnert die Konsistenz an Meeresfrüchte.

Warum Extrakt statt Pulver?
Die Zellwand aus Chitin ist schwer aufzuschließen. Extraktion macht die Inhaltsstoffe zugänglich.

Was sind Beta-Glucane?
Zuckerverbindungen aus der Zellwand von Pilzen. Ihr Gehalt wird bei Vitalpilzextrakten angegeben.

Warum steht keine Wirkung auf der Packung?
Für Vitalpilze sind in der EU keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen.

Wichtig: Nicht geeignet in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder und Jugendliche. Bei Pilzallergie nicht anwenden. Bei bestehenden Erkrankungen, bei der Einnahme von Medikamenten – insbesondere Blutverdünnern und Immunsuppressiva – sowie vor Operationen vor Gebrauch ärztlichen Rat einholen.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.

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