Quercetin gibt es von 250 bis 1.000 mg pro Kapsel, aus Schnurbaum, Zwiebelschalen oder Buchweizen, pur oder in Komplexen. Die Unterschiede stecken in zwei Zahlen und einem Pflanzennamen. Worauf man beim Kauf achtet.
Kurz gesagt: Ein gutes Quercetin-Präparat nennt die Quelle, die Extraktmenge und den reinen Quercetingehalt. Der Japanische Schnurbaum ist die ergiebigste Quelle. Spezielle Formen wie Phytosomen sind teurer, aber kein Muss. Für Quercetin ist keine Wirkaussage zugelassen.
Die Quelle
| Quelle | Einordnung |
|---|---|
| Japanischer Schnurbaum (Sophora japonica) | Blütenknospen, sehr hoher Gehalt, Standardquelle für hochreines Quercetin |
| Zwiebelschalen | natürliche Quelle, meist geringer konzentriert |
| Buchweizen | liefert vor allem Rutin, eine Vorstufe |
Wichtig ist, dass die Quelle überhaupt genannt wird. Steht nur „Quercetin“ ohne Herkunft auf dem Etikett, lässt sich die Qualität kaum einschätzen.
Extrakt oder Reingehalt
Viele Etiketten nennen nur die Extraktmenge. Bei einem Extrakt mit 50 Prozent stecken in 500 mg aber nur 250 mg Quercetin.
Gute Präparate nennen beide Zahlen: Extrakt und reines Quercetin. Erst dann lässt sich ausrechnen, was man pro Tag tatsächlich bekommt – und was man pro Milligramm bezahlt. Mehr dazu im Beitrag Quercetin: Extrakt oder Wirkstoff.
Die Form
Quercetin ist schlecht wasserlöslich und wird nur zu einem kleinen Teil aufgenommen. Deshalb gibt es verschiedene Formen:
| Form | Merkmal |
|---|---|
| Quercetin (Dihydrat) | die Standardform, gut untersucht, günstig |
| Isoquercitrin | an Zucker gebunden, besser wasserlöslich |
| Phytosom | an Lecithin gebunden, deutlich teurer |
Die besonderen Formen werden in Studien besser aufgenommen. Sie enthalten aber oft weniger Quercetin pro Kapsel und kosten ein Vielfaches. Wer die Standardform zu einer Mahlzeit mit Fett nimmt, verbessert die Aufnahme ebenfalls.

510,25 mg Extrakt aus Blütenknospen des Japanischen Schnurbaums, davon 500 mg Quercetin. Zwei Zutaten, vegan, 120 Kapseln.
Quercetin 500 mg
Zum Produkt →Pur oder im Komplex
Quercetin wird häufig mit Vitamin C, Zink oder weiteren Pflanzenstoffen kombiniert. Ein Komplex ist praktisch, wenn man ohnehin alles nehmen möchte. Ein Einzelpräparat ist flexibler, wenn man die Mengen selbst steuern will.
Bei Komplexen lohnt der Blick auf die Zinkmenge. Zink addiert sich mit Multivitaminen und anderen Präparaten.

196 mg Quercetin aus Schnurbaum, dazu 300 mg Vitamin C, 25 mg Zink, Grapefruitkern- und Holunderbeerenextrakt.
Immun Komplex
Zum Produkt →Die Checkliste
| Worauf achten | Warum |
|---|---|
| Quelle genannt? | Schnurbaum ist die ergiebigste |
| Extrakt und Quercetin getrennt angegeben? | nur so ist der Reingehalt erkennbar |
| Preis pro 100 mg Quercetin? | macht Produkte vergleichbar |
| Kurze Zutatenliste? | Füllstoffe und Trennmittel braucht es nicht |
| Keine Wirkversprechen? | für Quercetin ist keine Aussage zugelassen |
Teil 2: Quercetin in Lebensmitteln →
Häufige Fragen
Welches Quercetin ist das beste?
Eines mit genannter Quelle, getrennt angegebenem Reingehalt und kurzer Zutatenliste.
Warum Japanischer Schnurbaum?
Seine Blütenknospen sind die ergiebigste natürliche Quelle für Quercetin.
Ist Quercetin-Phytosom besser?
Es wird besser aufgenommen, enthält aber oft weniger Quercetin pro Kapsel und ist deutlich teurer.
Wie viel Quercetin pro Tag?
Präparate liegen meist zwischen 250 und 1.000 mg. Mehr dazu in Teil 3.
Was ist Rutin?
Eine an Zucker gebundene Form von Quercetin, die der Körper erst umwandeln muss.
Gibt es zugelassene Wirkaussagen?
Nein. Für Quercetin ist in der EU keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen.
Wichtig: Nicht für Kinder, Schwangere und Stillende geeignet. Quercetin kann den Abbau mancher Arzneimittel beeinflussen – bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme vorher ärztlich abklären.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden.