Der Ginkgo hat die Dinosaurier kommen und gehen sehen. Er gilt als ältester noch lebender Baum der Erde – und hätte es fast nicht in die Gegenwart geschafft. Eine Geschichte von Tempelgärten, einem Dichter und einer Atombombe.
Kurz gesagt: Die Gattung Ginkgo existiert seit rund 200 Millionen Jahren. Wild war sie fast verschwunden, überlebte aber in chinesischen Tempelgärten. Um 1730 kam der erste Ginkgo nach Europa. Heute steht er in vielen Städten als robuster Straßenbaum.
Ein lebendes Fossil
Fossile Ginkgoblätter sind rund 200 Millionen Jahre alt und sehen den heutigen erstaunlich ähnlich. Einst wuchsen Ginkgogewächse auf fast allen Kontinenten. Übrig ist eine einzige Art: Ginkgo biloba.
Botanisch ist der Ginkgo ein Sonderling. Er ist weder Laub- noch Nadelbaum, sondern bildet eine eigene Gruppe. Und es gibt männliche und weibliche Bäume.
Gerettet in Tempelgärten
In freier Natur war der Ginkgo weitgehend verschwunden. Überlebt hat er vor allem, weil buddhistische Mönche ihn in China in Tempelgärten pflanzten. Von dort kam er nach Korea und Japan. Manche Tempelbäume sind über tausend Jahre alt.
Die Samen werden in Ostasien bis heute gegart gegessen, etwa in japanischen Eierstichen. Die Blätter nutzte die traditionelle chinesische Heilkunde.
Der Weg nach Europa
| Wann | Was |
|---|---|
| um 1690 | der deutsche Arzt Engelbert Kaempfer sieht den Ginkgo in Japan und beschreibt ihn später als Erster für Europa |
| um 1730 | im Botanischen Garten Utrecht wird einer der ersten Ginkgos Europas gepflanzt – er steht dort noch heute |
| 1771 | Carl von Linné gibt dem Baum den Namen Ginkgo biloba |
| 1815 | Goethe schreibt sein Gedicht „Gingo biloba“ über das zweigeteilte Blatt |
| 1945 | in Hiroshima treiben Ginkgos nahe dem Explosionsort wieder aus |
Symbol der Beständigkeit
Goethe sah im zweigeteilten Blatt ein Bild für zwei Menschen, die zusammengehören. Er schickte ein Blatt mit seinem Gedicht an Marianne von Willemer. Das Original liegt heute im Goethe-Museum Düsseldorf.
In Hiroshima wurden die überlebenden Bäume zu einem Zeichen der Hoffnung. Sie werden dort bis heute gepflegt.
Der Stadtbaum
Ginkgos vertragen Abgase, Streusalz und Hitze. Deshalb stehen sie in vielen Städten an Straßen. Gepflanzt werden fast nur männliche Bäume: Die Samenhüllen der weiblichen riechen beim Verrotten nach ranziger Butter. Im Herbst färben sich alle leuchtend goldgelb.

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Häufige Fragen
Wie alt ist der Ginkgo?
Die Gattung existiert seit rund 200 Millionen Jahren.
Woher stammt der Ginkgo?
Aus China, von wo er nach Korea und Japan kam.
Ist der Ginkgo ein Laub- oder Nadelbaum?
Weder noch – er bildet eine eigene Pflanzengruppe.
Warum stehen in Städten nur männliche Ginkgos?
Weil die Samen der weiblichen Bäume unangenehm riechen.
Was hat Goethe mit dem Ginkgo zu tun?
Er schrieb 1815 das Gedicht „Gingo biloba“ über das zweigeteilte Blatt.
Für Ginkgo sind für Nahrungsergänzungsmittel nach EU-Recht keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen. Die Beschreibung traditioneller Verwendungen ist keine Aussage über eine Wirkung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.